Der aktuelle „Phishing Threat Trends Report“ von KnowBe4 zeigt eine deutliche Verschiebung der Angriffsmuster. Phishing wird zunehmend KI-gestützt und verlagert sich auf mehrere Kommunikationskanäle.Gleichzeitig steigt die Komplexität koordinierter Angriffe.
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Jack Chapman, Senior Vice President of Threat Intelligence bei KnowBe4
Phishing bleibt eine der zentralen Bedrohungen für Unternehmen, verändert jedoch zunehmend seine Form. Der aktuelle Bericht von KnowBe4 analysiert Angriffe von mehr als 3.000 unterschiedlichen Akteuren und zeigt, dass sich sowohl die eingesetzten Technologien als auch die Angriffspunkte deutlich weiterentwickeln. Besonders auffällig ist die wachsende Rolle von künstlicher Intelligenz sowie die Ausweitung auf neue Kommunikationskanäle.
Laut Bericht sind mittlerweile 86 Prozent der Phishing-Angriffe KI-gestützt. Diese Entwicklung deutet auf eine zunehmende Automatisierung und Skalierbarkeit von Angriffen hin. Gleichzeitig werden Social-Engineering-Methoden gezielter eingesetzt.
So zeigen die Daten, dass in 30 Prozent der Angriffe im ersten Quartal 2026 gezielt interne Teammitglieder imitiert wurden. Diese Form der Täuschung erschwert die Unterscheidung zwischen legitimer und böswilliger Kommunikation.
Jack Chapman, Senior Vice President of Threat Intelligence bei KnowBe4 sagt dazu:
„Der Posteingang ist nicht mehr die einzige Angriffsfläche für koordinierte Social-Engineering-Angriffe. Cyberkriminelle erweitern aktiv das Ökosystem für Cyberattacken unter Nutzung von E-Mails und ähnlichen Kommunikationsmitteln.“
Ein zentrales Ergebnis des Berichts ist die Abkehr von klassischen, rein E-Mail-basierten Angriffen. Stattdessen setzen Angreifer verstärkt auf Multi-Channel-Strategien. Neue Angriffspunkte entstehen etwa über Kalendereinladungen und Messaging-Plattformen.
Die Analyse zeigt unter anderem:
Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit der zunehmenden Nutzung digitaler Kollaborationstools in Unternehmen.
Neben der Ausweitung der Kanäle steigt auch die technische Komplexität der Angriffe. Der Bericht verzeichnet einen Anstieg des Einsatzes von Reverse-Proxys um 139 Prozent, insbesondere zum Diebstahl von Zugangsdaten für Microsoft 365.
Gleichzeitig werden Angriffe zunehmend koordiniert und kanalübergreifend durchgeführt. Phishing entwickelt sich damit von isolierten Angriffen hin zu umfassenderen Kampagnen, die verschiedene Kommunikationswege kombinieren. Chapman ergänzt:
„Social Engineering wird immer gezielter eingesetzt, was es schwieriger macht, legitime von böswilligen Aktivitäten zu unterscheiden. Phishing wird im Jahr 2026 diszipliniert, hartnäckig, kanalübergreifend und zunehmend KI-gestützt sein.“
Der Bericht macht deutlich, dass sich die Bedrohungslage weiter verschärft und Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien anpassen müssen. Im Fokus stehen dabei nicht nur technische Schutzmaßnahmen, sondern auch der Umgang mit menschlichen Faktoren sowie der Schutz eingesetzter KI-Systeme.