Neue, auf AWS entwickelte KI-Agenten sollen Fertigungs- und Distributionsunternehmen helfen, komplexe Prozesse autonom zu steuern. Erste Anwender berichten von deutlichen Effizienzgewinnen.
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Ozgur Tohumcu, General Manager of Automotive and Manufacturing bei Amazon Web Services
Im Rahmen der Hannover Messe haben Amazon Web Services (AWS) und Infor neue branchenspezifische KI-Agenten für die Fertigungsindustrie vorgestellt. Die Lösungen wurden nativ auf AWS entwickelt und zielen darauf ab, Unternehmen beim Übergang von KI-Pilotprojekten in den produktiven Einsatz zu unterstützen. Im Fokus stehen autonome Systeme, die Geschäftsprozesse analysieren, planen und eigenständig ausführen können.
Die vorgestellten KI-Agenten adressieren gezielt komplexe Anforderungen in Fertigung und Distribution. Dazu zählen unter anderem Stücklisten, Lieferketten sowie Abläufe auf dem Shopfloor. Laut den Unternehmen liegt ein zentraler Vorteil in der Kombination aus skalierbarer Cloud-Infrastruktur und domänenspezifischem Prozesswissen.
Die Agenten sind darauf ausgelegt, entlang zentraler Geschäftsprozesse eingesetzt zu werden, etwa im Projektmanagement, Process Mining, Lager- und Materialflussmanagement sowie in Finanz- und Qualitätsprozessen. Darüber hinaus können Unternehmen eigene KI-Agenten entwickeln – etwa über die Infor Agent Factory – und diese mit AWS-Technologien wie Amazon Bedrock, Amazon Bedrock AgentCore und Amazon SageMaker betreiben.
Ein zentrales Ziel der Kooperation ist es, die Skalierung von KI-Anwendungen zu beschleunigen. Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden, Lösungen schneller aus der Pilotphase in den produktiven Betrieb zu überführen. Ozgur Tohumcu, General Manager of Automotive and Manufacturing bei Amazon Web Services sagt dazu:
„Die Diskussion hat sich von der Frage ‚Wo beginnen wir mit KI?‘ hin zu ‚Wie schnell können wir sie skalieren?‘ verschoben. Durch unsere Zusammenarbeit mit Infor bringen Hersteller KI schneller denn je von Pilotprojekten in den produktiven Einsatz – und setzen branchenspezifische Agenten ein, die operative Vorteile im Unternehmensmaßstab liefern.“
Erste Anwendungsbeispiele zeigen konkrete Effizienzgewinne. Das US-amerikanische Unternehmen Xpress Boats berichtet nach der Einführung entsprechender Lösungen von deutlich beschleunigten Prozessen. Demnach konnte die Geschwindigkeit bei der Fehlerdiagnose um 98 Prozent erhöht werden. Gleichzeitig sank die Bearbeitungszeit bei Retouren um 95 Prozent, während die Kosten für Expressversand um die Hälfte reduziert wurden.
Die Optimierungen basieren unter anderem auf Process-Mining-Analysen, die Engpässe in zentralen Abläufen wie „Procure-to-Pay“, „Order-to-Cash“ und „Demand-to-Build“ identifizieren. Ergänzt werden diese durch Automatisierungstools sowie KI-gestützte Dokumentenverarbeitung.
Die Kooperation zwischen AWS und Infor adressiert insbesondere die Herausforderung, KI-Anwendungen in der Fertigung in großem Maßstab zu betreiben. Laut den Unternehmen reicht generische KI dafür nicht aus – erforderlich seien spezialisierte Systeme, die branchenspezifische Abläufe verstehen und abbilden können.
Die neuen Agenten sollen genau diese Lücke schließen, indem sie unternehmenskritische Workflows unterstützen und gleichzeitig eine skalierbare Infrastruktur bereitstellen. Dabei stehen auch Aspekte wie Compliance, kontinuierliche Optimierung und die Integration in bestehende Systeme im Fokus.
Die Lösung ist derzeit in eingeschränkter Verfügbarkeit erhältlich und wird über die Infor Velocity Suite bereitgestellt. Sie richtet sich an Kunden aus Distribution, industrieller Fertigung und Prozessfertigung sowie angrenzenden Branchen.