Hewlett Packard Enterprise (HPE) erweitert seine Juniper-Mist-Plattform um KI-basierte Automatisierungen. Ziel ist ein selbststeuernder Netzwerkbetrieb, der Fehler frühzeitig erkennt und die Benutzererfahrung vom Arbeitsplatz bis ins Rechenzentrum verbessert.
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Rami Rahim, General Manager von HPE Networking
Mit den jüngsten Erweiterungen für das Networking-Portfolio will HPE den Betrieb komplexer IT-Umgebungen vereinfachen. Die Mist-Plattform wird um Funktionen ergänzt, die auf agentischer KI und digitalen Zwillingen basieren. Statt auf reaktive Fehlerbehebung setzt das Unternehmen damit stärker auf proaktive Steuerung.
Kern des Ansatzes sind spezialisierte KI-Agenten. Sie sollen Probleme in Echtzeit erkennen, automatisch Workflows anstoßen und Entscheidungen im Netzwerkbetrieb beschleunigen. HPE positioniert dies als Teil einer mehrschichtigen Architektur, die Netzwerk, Speicher und Rechenleistung gleichermaßen adressiert.
Der virtuelle Assistent Marvis AI erhält zusätzliche Fähigkeiten: Er soll komplexere Dialoge führen, Fehler in Echtzeit eingrenzen und über ein erweitertes Dashboard auch falsch konfigurierte Ports oder Kapazitätsprobleme beheben. Ein neues Large Experience Model (LEM) analysiert Daten aus Collaboration-Tools wie Zoom und Teams, um die Nutzungserfahrung vorherzusagen. Mit sogenannten „Marvis Minis“ lassen sich zudem künftige Anwendererlebnisse simulieren – auch ohne aktuelle Echtzeitdaten.
Für Rechenzentren hat HPE den Marvis AI Assistant for Data Center vorgestellt. Er lässt sich in die Apstra-Graphdatenbank einbinden und soll damit eine Basis für autonome Services schaffen. Auch hier kommen Marvis Minis zum Einsatz, um Validierung und Sicherheit laufend zu überprüfen. Ergänzend verweist HPE auf OpsRamp, eine AIOps-Plattform zur Verwaltung hybrider Multi-Cloud-Umgebungen.
„Netzwerke müssen verstehen, sich anpassen und handeln“, betonte Rami Rahim, General Manager von HPE Networking. Die Neuerungen sieht das Unternehmen als weiteren Schritt in Richtung wirklich autonomer IT-Betriebsführung. Detailliert präsentiert werden die Funktionen Mitte September auf dem virtuellen Event „New Era of Secure AI-Native Networking“.