Im Rahmen der Initiative „Project Embodied AI“ arbeitet BITZER an der Evaluierung kognitiver Robotik im Lagerumfeld. Eine Machbarkeitsstudie zeigt, wie sich SAP Business AI mit physischen Prozessen verknüpfen lässt – mit Fokus auf Integration, Autonomie und bedarfsgesteuerte Produktion.
Foto: BITZER
Die Verbindung von künstlicher Intelligenz mit physischen Systemen gilt als nächster Entwicklungsschritt industrieller Automatisierung. Unter dem Titel „Project Embodied AI“ untersucht SAP, wie sich KI-gestützte Anwendungen aus der digitalen Welt in reale Betriebsabläufe übertragen lassen. Mit an Bord ist der Kälte-, Klima- und Wärmepumpenspezialist BITZER, der sich am „Physical AI and Cognitive Robots Exploration Council“ beteiligt – einem Kreis ausgewählter SAP-Kunden, die potenzielle Anwendungsfälle evaluieren.
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Christian Stenzel, Vice President of Organization and IT bei BITZER
Im Zentrum des Projekts steht das Konzept der „Embodied AI“, also der verkörperten künstlichen Intelligenz. Dabei wird KI mit einer physischen Form kombiniert, etwa in Gestalt von Robotern, die ihre Umgebung wahrnehmen und eigenständig handeln können. Embodied-AI-Agenten erweitern diesen Ansatz, indem sie Funktionen von SAP Business AI in operative Abläufe integrieren.
BITZER ist langjähriger Kunde von RISE with SAP und nutzt unter anderem die SAP Business Technology Platform sowie SAP Extended Warehouse Management für SAP S/4HANA Cloud. Diese Systemlandschaft bildete die Grundlage für eine Machbarkeitsstudie im Bereich der Kommissionierung.
Christian Stenzel, Vice President of Organization and IT bei BITZER, betont die strategische Ausrichtung:
„Bei BITZER ist die Optimierung von Geschäftsprozessen genauso wichtig wie Produktinnovation. Bedarfsgesteuerte Produktion ist in unserem Geschäft essenziell“
Für die Studie wurde der humanoide Roboter 4NE1 von NEURA mithilfe von NVIDIA Isaac Sim virtuell auf einen Kommissionieranwendungsfall vorbereitet. Ziel war es, das Zusammenspiel von SAP-Software und physischem Roboter unter realitätsnahen Bedingungen zu testen.
Laut den Untersuchungsergebnissen ist SAP EWM direkt mit physischen Lagerprozessen verknüpft, sodass keine zusätzliche Middleware erforderlich ist. Die Roboter führten Kommissionierungsaufgaben eigenständig aus und erreichten dabei ein hohes Maß an Autonomie auf Aufgabenebene.
Darüber hinaus wurde das Potenzial für eine höhere Agilität identifiziert. Roboter könnten demnach rund um die Uhr eingesetzt werden und sich an Bedarfsschwankungen anpassen. Auch die automatische Erstellung von Materialbestellungen wurde untersucht, um operative Fehler zu reduzieren.
Die Verantwortlichen bei SAP bewerten die Ergebnisse als wichtigen Schritt. Dr. Lukasz Ostrowski, Head of Embodied AI and Robotics bei SAP, ordnet die Studie wie folgt ein:
„Die Machbarkeitsstudie bei BITZER ist ein großer Sprung nach vorn, um aus erster Hand zu erfahren, wie die Möglichkeiten von SAP Business AI auf den physischen Betrieb ausgeweitet werden können. Weitere Machbarkeitsstudien sind in Planung, da im Rahmen von Project Embodied AI weiterhin der geschäftliche Nutzen von verkörperter künstlicher Intelligenz ausgewertet werden wird.“
Für BITZER, dessen Kompressoren weltweit unter anderem in Supermärkten, Hotels und Krankenhäusern im Einsatz sind, steht die Sicherstellung stabiler Prozesse im Vordergrund. Die Kälte- und Klimatechnik des Unternehmens ermöglicht die Lagerung von Medikamenten, die Konservierung verderblicher Waren sowie industrielle Anwendungen wie das Gefrieren von Eisflächen oder die Gärung von Hefe in Brauereien.
Mit der Beteiligung am Exploration Council bringt das Unternehmen seine Perspektive aus der industriellen Praxis in die Weiterentwicklung von Embodied AI ein. Die Machbarkeitsstudie zeigt, wie sich digitale Plattformen und physische Robotik enger verzahnen lassen – und liefert eine Grundlage für weitere Evaluierungen im industriellen Umfeld.