Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und die IT-Sparte der Schwarz Gruppe haben eine strategische Kooperation geschlossen. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung souveräner Cloud-Lösungen für die öffentliche Verwaltung. Im Fokus stehen Sicherheitsanforderungen für sensible Daten, technische Kontrollmechanismen und die Stärkung staatlicher Handlungsfähigkeit in einem geopolitisch angespannten Umfeld.
V.l.n.r.: Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits, Claudia Plattner, Präsidentin des BSI, Christian Müller, Co-CEO von Schwarz Digits (Quelle: Schwarz Digits)
Die Frage nach digitaler Souveränität hat sich in den vergangenen Jahren von einem strategischen Leitbild zu einer operativen Notwendigkeit entwickelt. Staatliche IT-Infrastrukturen stehen zunehmend unter dem Druck hybrider Bedrohungen, während zugleich die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern als sicherheits- und ordnungspolitisches Risiko wahrgenommen wird. Vor diesem Hintergrund rücken Kooperationen zwischen öffentlicher Hand und Industrie stärker in den Mittelpunkt.
Am 13. Februar 2026 haben das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und Schwarz Digits im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz eine strategische Partnerschaft vereinbart. Ziel ist es, souveräne Cloud-Lösungen für die öffentliche Verwaltung zu entwickeln und damit die technologische Unabhängigkeit Deutschlands zu stärken. Die Vereinbarung wurde im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz bekanntgegeben.
Im Zentrum der Zusammenarbeit steht der Schutz kritischer Infrastrukturen und staatlicher Daten. Angesichts geopolitischer Spannungen und zunehmender Cyberbedrohungen betrachten die Partner digitale Souveränität als Voraussetzung staatlicher Resilienz. Geplant ist ein enger fachlicher Austausch zu aktuellen Lagebildern der Cybersicherheit sowie die Weiterentwicklung bestehender Lösungen.
Schwarz Digits plant für 2026 die Umsetzung der Anforderungen für den Betrieb einer Public Cloud im Bereich „VS-NfD“. Darauf aufbauend soll eine verteilte Cloud-Infrastruktur bis zur Geheimhaltungsstufe „Geheim“ entwickelt werden. Ziel ist es, auch besonders schützenswerte Daten innerhalb einer kontrollierten und souveränen Infrastruktur verarbeiten zu können. Dazu Claudia Plattner, Präsidentin des BSI:
„Digitalisierung wird zum Dreh- und Angelpunkt einer sich massiv verändernden Welt – mit Aus- und Wechselwirkungen auf Regeln des Miteinanders, Politik, Macht und staatlichen Interessen. Deutschland und Europa brauchen darauf eine starke Antwort. Ich freue mich daher außerordentlich, dass wir mit Schwarz Digits nun einen Partner an unserer Seite haben, mit dem wir die Digitalisierung in unserem Land gezielt und strategisch vorantreiben und gleichzeitig absichern: Durch innovative, hochperformante Produkte mit zeitgemäßen Sicherheits- und Souveränitätseigenschaften, von denen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen profitieren können. Das ist ein großer und wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer resilienten Cybernation Deutschland.“
Die Kooperation ist langfristig angelegt und umfasst regelmäßige gegenseitige Hospitationen sowie strukturierte Austauschformate. Inhaltlich geht es unter anderem um Monitoring, forensische Analysen in Cloud-Umgebungen und Zulassungsverfahren für die Verarbeitung von Verschlusssachen. Darüber hinaus sollen allgemeine Souveränitätskriterien und Interoperabilitätsstandards weiterentwickelt werden.
Ein zentrales Ziel ist es, technische Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu vermeiden. Durch offene Schnittstellen und klar definierte Kontrollschichten soll ein Anbieterwechsel erleichtert und ein Vendor Lock-in verhindert werden.
Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits:
„Echte digitale Freiheit entsteht nur durch die Kontrolle über eigene Daten und Systeme. Wir verstehen diese Partnerschaft als klares Signal für ein digital souveränes Europa, das seine Werte auch im Cyberraum entschlossen verteidigt.“
Christian Müller, Co-CEO von Schwarz Digits:
„Unsere technologische Antwort basiert auf der konsequenten Entwicklung technischer Kontrollschichten und der Umsetzung des Zero-Trust-Prinzips. Wir schaffen Interoperabilität durch Open-Source-Technologien, um einen technischen Vendor Lock-in für die Verwaltung dauerhaft auszuschließen.“
Neben infrastrukturellen Fragen adressiert die Partnerschaft auch strategische Aspekte der IT-Sicherheit von Produkten und Dienstleistungen. Der demografische Wandel erhöht den Effizienzdruck auf die öffentliche Verwaltung, wodurch Technologien wie künstliche Intelligenz an Bedeutung gewinnen. Die Kooperation soll sicherstellen, dass solche Technologien auf einem sicheren und souveränen Fundament eingesetzt werden können.
Foto: Woithe
Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung
Auch aus politischer Sicht wird die Zusammenarbeit als Signal verstanden, staatliche Sicherheitskompetenz und industrielles Know-how stärker zu verzahnen. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung:
„Deutschland kommt in Bewegung – sichtbar, messbar und mit wachsendem Tempo. Die Partnerschaft zwischen dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und Schwarz Digits ist ein starkes Signal für deutsche Innovationskraft und europäische Handlungsfähigkeit. Wenn staatliche Sicherheitskompetenz auf industrielles Spitzen-Know-how trifft, entstehen souveräne Cloud-Lösungen, die unsere Verwaltung moderner, schneller und sicherer machen. So stärken wir unsere Unabhängigkeit. Digitale Souveränität ist der Schlüssel für Zukunftsfähigkeit – und damit für Sicherheit, Freiheit und Wohlstand.“