Eine neue Partnerschaft von Commvault und Pinecone soll Unternehmen dabei unterstützen, Vektordatenspeicher für KI-Anwendungen resilienter zu betreiben. Im Fokus stehen unveränderliche Backups, Point-in-Time-Recovery und ein einheitlicher Ansatz für Cyberresilienz über mehrere Cloud-Umgebungen hinweg.
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Pranay Ahlawat, Chief Technology and AI Officer bei Commvault
Mit der zunehmenden Nutzung von Retrieval-Augmented-Generation (RAG) und anderen KI-Workloads rücken Vektordatenbanken ins Zentrum unternehmenskritischer Prozesse. Gleichzeitig wächst der Bedarf nach belastbaren Wiederherstellungs- und Compliance-Mechanismen. Vor diesem Hintergrund haben Commvault und Pinecone eine Partnerschaft angekündigt, die gemeinsame Kunden beim Schutz ihrer Vektor-Retrieval-Workloads unterstützen soll.
Das neue Cloudangebot von Commvault ergänzt den nativ gesicherten Vektorspeicher von Pinecone um zusätzliche Funktionen wie unveränderliche Backups, Point-in-Time-Recovery (PITR) sowie anpassbare Regeln zur Vorhaltung von Vektorendaten. Laut den Unternehmen lassen sich damit RAG-Systeme von experimentellen Prototypen zu dauerhaft verfügbaren Produktionsumgebungen weiterentwickeln, ohne die Abfrage-Latenz von Large-Language-Modellen zu beeinflussen.
Vektordatenbanken wie Pinecone bilden das Fundament moderner KI-Modelle. Sie speichern numerische Repräsentationen von Inhalten – gewissermaßen digitale Fingerabdrücke –, die Beziehungen zwischen Texten, Bildern und anderen Daten abbilden. Diese Vektoren sind entscheidend für präzise, kontextbezogene Antworten von KI-Systemen.
Trotz ihrer zentralen Rolle hatten Organisationen, insbesondere in stark regulierten Branchen, bislang nur eingeschränkte Möglichkeiten, diese Daten wirksam vor Korruption, versehentlichem Löschen oder gezielten Angriffen zu schützen. Das neue Angebot soll diese Lücke schließen und eine zusätzliche Ausfallsicherheitsebene schaffen.
Zu den Kernfunktionen zählen beschleunigte Point-in-Time-Recoverys für KI-Anwendungen, bei denen sich Vektorindizes auf frühere Zustände zurücksetzen lassen. Das soll Ausfallzeiten minimieren und die Qualität der RAG-Inferenz sichern – jenes Hintergrundprozesses, der bei jeder KI-Ausgabe abläuft.
Darüber hinaus werden Backups als verschlüsselte, Air-Gap-isolierte und unveränderliche Kopien gespeichert. Damit sollen sich auch nach Datenvergiftung, Evasions-Attacken, Datenschutzverstößen oder missbräuchlichen Eingriffen saubere Datenbestände wiederherstellen lassen. Eine einheitliche Plattform schützt Pinecone-Instanzen in AWS, Azure und Google Cloud und soll Fragmentierung reduzieren. Die unlöschbaren, auditfähigen Sicherungen unterstützen zudem Governance-, Regulierungs- und Audit-Anforderungen in KI-Workflows.
„Da Unternehmen verstärkt auf KI und RAG setzen, ist die Vektordatenbankebene geschäftskritisch geworden. Diese Organisationen suchen nach zusätzlichen Schutz- und Compliance-Mechanismen, die über ihre bereits hochverfügbaren Systeme hinausgehen. Mit Pinecone als Partner liefern wir diesen Schutz“, sagt Pranay Ahlawat, Chief Technology and AI Officer bei Commvault. „Wir ermöglichen den Betrieb von KI-Stacks mit der gleichen Vertrauenswürdigkeit, Governance und Wiederherstellbarkeit, die auch traditionelle Workloads erfordern.“
Auch Pinecone verweist auf den steigenden Bedarf regulierter Unternehmen. „Pinecone baut auf Leistung und Skalierbarkeit auf, und unsere Kunden vertrauen uns ihre wichtigsten KI-Assets an. Die Partnerschaft mit Commvault ermöglicht es uns, Organisationen mit komplexen Compliance-Vorgaben ein noch höheres Maß an Ausfallsicherheit zu bieten“, so Jeff Zhu, VP Product bei Pinecone.
Das integrierte Angebot von Commvault und Pinecone soll in der ersten Hälfte 2026 weltweit allgemein verfügbar sein.