Fünf Monate nach der Übernahme von Juniper Networks zeigt HPE auf der Kundenkonferenz „HPE Discover“ in Barcelona, wie sich die Portfolios beider Unternehmen technisch verzahnen. Neue Integrationen sollen KI-native Netzwerke voranbringen, KI-Infrastrukturen beschleunigen und hybride IT-Landschaften konsistenter verwalten.
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Antonio Neri, CEO von HPE bei seiner Keynote auf der HPE Discover 2025 in Barcelona
HPE macht Tempo bei der Zusammenführung der Netzwerk- und Managementtechnologien von Juniper Networks. Auf Basis einer gemeinsamen Architektur für agentische KI und Microservices sollen die Management-Plattformen HPE Aruba Networking Central und HPE Juniper Networking Mist langfristig miteinander verschmelzen. Parallel dazu erweitert HPE das Portfolio für KI-optimierte Router und Switches, integriert Juniper-Technik in KI-Systeme mit Nvidia und AMD und aktualisiert zentrale Verwaltungs- und Virtualisierungskomponenten wie OpsRamp und Morpheus. Die Ankündigungen markieren den bislang umfassendsten Integrationsschritt seit Abschluss der Übernahme im Sommer 2025.
HPE führt die ersten technischen Integrationen der beiden Netzwerkmanagement-Plattformen ein. Grundlage ist eine gemeinsame Architektur für agentische KI sowie Microservices, über die AIOps-Funktionen künftig plattformübergreifend genutzt werden sollen.
Zu den ersten Umsetzungen gehören:
LEM-Integration in Aruba Central: Das HPE Juniper Networking Mist Large Experience Model (LEM) wird auf Aruba Central verfügbar. Es nutzt Milliarden Messwerte aus Video-Anwendungen wie Zoom und Teams und kombiniert diese mit synthetischen Daten digitaler Zwillinge, um Fehler schneller zu erkennen und zu beheben.
Aruba Agentic Mesh in Juniper Mist: Die Mesh-Technologie erkennt Anomalien, analysiert Ursachen und agiert autonom oder assistierend.
Gemeinsame Analyse- und Übersichtsmodelle: Juniper Mist übernimmt Funktionen von Aruba Central zur KI-gestützten Übersicht über Standorte, Geräte, Nutzer und Infrastruktur.
Gemeinsames Management neuer WiFi-7-Access-Points: Neue Gerätegenerationen lassen sich sowohl über Aruba Central als auch über Juniper Mist verwalten.
Damit legt HPE den Grundstein für einen einheitlichen AIOps-Ansatz im gesamten vernetzten Umfeld – vom Campus bis zum Edge.
Mit Blick auf KI-Inferenz am Edge und steigende Anforderungen im Rechenzentrum präsentiert HPE zwei neue Hochleistungsprodukte:
HPE Juniper Networking QFX5250: ein Ultra-Ethernet-Transport-Switch für GPU-Verbindungen im Rechenzentrum. Er basiert auf Broadcoms Tomahawk-6-Chip, erreicht eine Datenrate von 102,4 Tbit/s, nutzt das Betriebssystem Junos, wird flüssigkeitsgekühlt und über AIOps verwaltet.
HPE Juniper Networking MX301: ein kompakter Multiservice-Edge-Router mit einer Höheneinheit, 1,6 Tbit/s Gesamtdurchsatz und 400-Gigabit-Ethernet für Inferenz, Metro-Netze, Mobile Backhaul und Unternehmens-Routing.
Beide Geräte adressieren Anforderungen, die aus zunehmend verteilten KI-Workloads resultieren.
HPE erweitert seine AI-Factory-Lösungen um Juniper-Netztechnik der Serien MX und PTX. Diese sollen skalierbare, sichere Weitverkehrs- und Edge-Verbindungen zwischen Nutzern, Geräten, Agenten, Clustern und Multi-Cloud-Strukturen ermöglichen. Die Integration ergänzt bisherige Lösungen einschließlich Nvidia Spectrum-X Ethernet und Nvidia BlueField-3.
Für AMD bringt HPE das erste System auf Basis der AI-Rack-Scale-Architektur „Helios“ mit integriertem Ethernet-Scale-Up-Netzwerk auf den Markt. Die speziell entwickelte HPE-Juniper-Technik beruht auf dem Standard Ultra Accelerator Link over Ethernet. Zusammen mit dem Broadcom Tomahawk-6-Chip ermöglicht das System den Datentransfer beim Training von Modellen mit Billionen Parametern.
Es liefert:
260 Terabytes pro Sekunde aggregierte Scale-Up-Bandbreite
bis zu 2,9 KI-Exaflops FP4-Leistung
HPE integriert seine AIOps-Software OpsRamp enger in die Cloud-Plattform GreenLake. OpsRamp kann jetzt Telemetriedaten aus HPE Compute Ops Manager, HPE Aruba Networking Central und HPE Juniper Networking Apstra gemeinsam auswerten. Ziel ist eine durchgängige Observability über Server, Speicher, Netzwerk und Cloud hinweg sowie vorausschauende Problemerkennung.
Damit positioniert sich HPE in einem Segment, in dem extrem hohe interne Bandbreiten für KI-Training entscheidend sind.
HPE baut die Virtualisierungsplattform HPE Morpheus und Morpheus VM Essentials aus. Laut Ankündigung können Unternehmen mit VM Essentials bis zu 90 Prozent ihrer Virtualisierungslizenzkosten einsparen. Zu den Erweiterungen gehören:
Zero-Trust-Sicherheit für virtuelle Maschinen durch ein softwaredefiniertes Netzwerk auf Basis der Juniper-Technik inklusive Mikrosegmentierung.
Automatisierte Netzwerk-Provisionierung: Die Integration des Juniper Apstra Data Center Director automatisiert Switch-Konfigurationen und setzt VLAN- und Sicherheitsregeln konsistent in physischen und virtuellen Netzen durch.
Stretched-Cluster-Technologie mit synchroner Replikation für HVM-basierte VMs über Metro-Distanzen hinweg.
Kubernetes-Unterstützung für Container-Workloads auf dem HVM-Hypervisor.
Integration von HPE Zerto für kontinuierliche Datensicherung.
Anbindung an Veeam Data Platform v13 für hypervisorbasierte Image-Level-Backups und schnelle Wiederherstellung in Private Clouds.
Diese Erweiterungen adressieren Virtualisierung, Schutz kritischer Workloads und Betriebsstabilität über verschiedene Infrastrukturbereiche hinweg.