Das Wiener Unternehmen Kapsch TrafficCom hat seine heterogene IT-Landschaft durch eine globale Cloud-Plattform auf Basis von Microsoft Azure ersetzt. Nach rund 18 Monaten Entwicklungszeit läuft die neue Infrastruktur seit Februar 2024 weltweit im Regelbetrieb – mit spürbaren Effizienzgewinnen für Entwicklerteams, Kunden und Sicherheit.
Foto: Kapsch TrafficCom
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Thomas Stolz, CIO bei Kapsch TrafficCom
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Bernhard Bruckner, CISO bei Kapsch TrafficCom
Wenn Fahrzeuge auf Mautstraßen in Südamerika Echtzeitinformationen zu Baustellen erhalten, steckt oft Technologie von Kapsch TrafficCom dahinter. Das Unternehmen mit Sitz in Wien ist in mehr als 50 Ländern tätig und beschäftigt über 3.000 Mitarbeiter*innen. Diese globale Präsenz erfordert eine IT-Infrastruktur, die jederzeit verfügbar und zugleich flexibel ist. Die bisherige Architektur war jedoch uneinheitlich, schwer skalierbar und technisch teilweise veraltet.
„Unsere Services müssen 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche funktionieren – überall auf der Welt“, erklärt Thomas Stolz, CIO bei Kapsch TrafficCom. „Deshalb war unsere Strategie schon früh ‚Cloud first‘ – doch die Umsetzung stieß zunehmend an ihre Grenzen.“ Unterschiedliche Länder setzten auf eigene Insellösungen, was Kosten und Risiken erhöhte. Auch das einfache Verlegen bestehender Systeme in die Cloud („Lift and Shift“) genügte nicht mehr.
Im Jahr 2022 fiel daher die Entscheidung für einen vollständigen Neustart mit Microsoft Österreich. Ziel war eine einheitliche, sichere und flexible Cloud-Infrastruktur auf Basis von Microsoft Azure. „Monolithische Rechenzentrumsinfrastruktur zu betreiben kostet viel Geld. Wenn es dann kaum genutzt wird, ist das so, als würde ich mein Haus verlassen, die Tür zusperren und das Licht brennen lassen“, sagt Bernhard Bruckner, CISO bei Kapsch TrafficCom. „In der modernen Cloud ist das heute anders: Ich schalte das Licht nur ein, wenn ich es brauche. Und im nächsten Schritt automatisieren wir genau diesen Vorgang.“
Bereits nach sechs Monaten liefen erste Tests, im Februar 2024 ging die Plattform weltweit live. Das Herzstück bildet ein zentrales Azure-Konto (Tenant), über das alle Systeme gesteuert werden. Klare Governance-Regeln definieren, wer welche Rechte hat und wie Konfigurationen vorzunehmen sind. Gleichzeitig erhalten Entwicklerteams individuelle Umgebungen, in denen sie mit modernen Technologien wie Containern oder KI-Services arbeiten können.
Quelle: KapschTrafficCom
„Azure ermöglicht es uns, sowohl lokale Anforderungen zu erfüllen als auch globale Effizienzgewinne zu nutzen – das ist ein echter Wettbewerbsvorteil im Mobilitätssektor. Früher mussten Entwicklerinnen oft lange warten, bis sie loslegen konnten“, sagt Stolz. „Heute haben wir eine Plattform, die es uns ermöglicht, neue Standorte, Projekte oder Anwendungen sehr schnell und gleichzeitig kontrolliert auszurollen. Wir stellen unseren Entwicklerinnen die Umgebung einfach bereit und sie können sofort starten.“
Ein zentrales Security Management und Tools wie Azure Policy sorgen dafür, dass trotz hoher Geschwindigkeit Sicherheits- und Compliance-Vorgaben eingehalten werden. „Gerade im Kontext kritischer Infrastruktur ist Sicherheit für uns nicht verhandelbar“, betont Bruckner. Gleichzeitig bringt die Plattform mehr Transparenz bei den Kosten: „Wir sehen jetzt sehr genau, wo welche Kosten entstehen – und können direkt darauf reagieren.“

Etwa zwei Drittel der Belegschaft von Kapsch TrafficCom arbeiten in Forschung, Entwicklung und Engineering. Für sie bedeutet die neue Infrastruktur deutlich kürzere Entwicklungszyklen und eine vereinfachte Umsetzung von Pilotprojekten. „Unsere Kunden kommen aus allen Ecken der Welt und bringen jeweils ihr eigenes Terrain, ihre eigenen Regeln und Herausforderungen mit. Entsprechend vielfältig sind ihre Wünsche und Anforderungen an uns“, so Stolz. „Unser Ziel war es, unserem F&E-Team die Flexibilität zu geben, darauf schnell reagieren zu können, ohne dabei auf Sicherheit oder Effizienz zu verzichten.“
Die Zeitspanne von der Idee bis zur Marktreife hat sich spürbar verkürzt, Mitarbeitende berichten von mehr Autonomie, und auch die Kunden profitieren von schnelleren und passgenaueren Lösungen. „Wer Mobilität mitgestalten will, muss technologisch am Ball bleiben – mit unserer neuen Cloud-Architektur haben wir dafür die richtige Grundlage“, fasst Stolz zusammen.