LG Electronics hat mit SK Enmove und Green Revolution Cooling eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung von Tauchkühlsystemen für KI-Rechenzentren unterzeichnet. Die Allianz soll den steigenden Energie- und Kühlbedarf leistungsstarker GPU-Infrastrukturen adressieren und neue Standards in Effizienz und Nachhaltigkeit setzen.
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Die wachsende Verbreitung generativer KI und der rasante Ausbau von Rechenleistung treiben den Energiebedarf in Datenzentren auf neue Rekordwerte. Kühlungssysteme rücken damit ins Zentrum technologischer Innovationen. Mit einer strategischen Partnerschaft zwischen LG Electronics, SK Enmove (SKEN) und Green Revolution Cooling (GRC) will LG diesen Herausforderungen begegnen und die Entwicklung von Flüssigkeitskühlsystemen für KI-Infrastrukturen beschleunigen.
Die Kooperation umfasst eine gemeinsame Geschäftsentwicklung, koordiniertes Marketing und Machbarkeitsstudien für integrierte Kühlsysteme. Dabei bündeln die drei Unternehmen spezifisches Know-how entlang der gesamten Kühlkette:
SK Enmove, ein führender Anbieter von Hochleistungsschmierstoffen, hat 2022 als erstes koreanisches Unternehmen spezielle Kühlflüssigkeiten für Tauchkühlsysteme entwickelt. Mit seiner Beteiligung an GRC stärkt SKEN seine Position im Wärmemanagement von Rechenzentren.
GRC mit Sitz in Texas gilt als Pionier der Tauchkühlungstechnologie und brachte bereits 2009 die weltweit erste marktreife Lösung auf den Markt. Seitdem arbeitet das Unternehmen eng mit internationalen IT-Konzernen an der Weiterentwicklung immersiver Kühlsysteme.
LG Electronics übernimmt die Integration der Systeme und liefert zentrale Komponenten wie Kühlmittelverteilungseinheiten (CDUs), Anlagenwassereinheiten (FWUs) und Kaltwassersätze. Damit positioniert sich LG als Systemintegrator in einem zunehmend dynamischen Segment des Rechenzentrumsmarktes.
Die Anforderungen an Rechenzentren steigen mit der Verbreitung von KI-Workloads deutlich. Neben Rechenleistung stehen Energieeffizienz und Betriebssicherheit im Fokus. Bei der Flüssigkeits-Tauchkühlung werden komplette Server in eine elektrisch nichtleitende Flüssigkeit eingetaucht, die die entstehende Wärme effizient aufnimmt und über Wärmetauscher abführt.
Das Verfahren senkt den Gesamtenergieverbrauch und verbessert die Power Usage Effectiveness (PUE) im Vergleich zu luftbasierten Systemen. Zusätzlich reduziert es Brandrisiken und ermöglicht den stabilen Betrieb hochverdichteter GPU-Server. Für Betreiber bedeutet dies eine höhere Effizienz bei gleichzeitig gesteigerter Betriebssicherheit – ein entscheidender Faktor im Wettbewerb um nachhaltige Infrastrukturmodelle.
Zur Validierung der Technologie erweitert LG seine Testanlage für Flüssigkeitskühlung im südkoreanischen Pyeongtaek um ein Tauchkühlsystem. Dort sollen Leistungsdaten und Integrationsfähigkeit unter realen Bedingungen überprüft werden.
Darüber hinaus plant LG die Entwicklung einer integrierten Data Center Infrastructure Management (DCIM)-Plattform. Diese soll es Betreibern ermöglichen, Anlagen- und Serversysteme in Echtzeit zu überwachen und zu steuern.
Die Vereinbarung mit SKEN und GRC ist Teil von LGs Strategie, nachhaltige und intelligente Lösungen für Rechenzentren voranzutreiben. Zuletzt präsentierte das Unternehmen auf der Data Center World Asia in Singapur integrierte KI-Kühlsysteme und belieferte in Zusammenarbeit mit LG Energy Solution und LG CNS Hyperscale-Rechenzentren in Indonesien mit seiner „One LG Solution“.