Microsoft hat eine weitere Ausbaustufe für Microsoft 365 Copilot angekündigt und verknüpft diese mit neuen Agentenfunktionen, einer zentralen Verwaltungsplattform sowie einem neuen Paket für Produktivität, KI und Sicherheit. Das Unternehmen spricht dabei von einer „Frontier Transformation“ als nächster Evolutionsstufe der KI-Transformation.
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Hermann Erlach, General Manager Microsoft Österreich
Microsoft stellt mit „Wave 3“ die nächste Welle von Neuerungen für Microsoft 365 Copilot vor. Nach Darstellung des Unternehmens soll damit eine neue Phase der digitalen Transformation unterstützt werden, in der KI-Systeme und menschliche Arbeit enger verzahnt werden. Microsoft beschreibt diese Phase als „Frontier Transformation“ und versteht darunter eine „ganzheitliche Neuausrichtung von Organisationen“, bei der KI eingesetzt wird, um strategische Ziele eines Unternehmens zu unterstützen.
Aus österreichischer Sicht ordnet Hermann Erlach, General Manager Microsoft Österreich, die Entwicklung als Schritt weg von reinen Testläufen hin zu konkreteren Einsatzszenarien ein. Er sagt:
„Wir sehen, dass Unternehmen in Österreich nicht mehr nur mit KI experimentieren, sondern ihren Fokus verstärkt auf Lösungen richten, die im Arbeitsalltag messbaren Mehrwert schaffen. Mit der nächsten Generation von Microsoft 365 Copilot und der Einführung von Agent-Funktionen unterstützen wir Unternehmen dabei, KI direkt in die Tools zu integrieren, mit denen Mitarbeitende bereits jetzt schon täglich arbeiten – und gleichzeitig höchste Standards bei Sicherheit, Datenschutz und Vertrauen zu gewährleisten. So möchten wir dazu beitragen, den Einsatz von KI in Österreich verantwortungsvoll zu beschleunigen, um langfristiges Wachstum zu ermöglichen.”
Im Zentrum der Ankündigungen steht die dritte Ausbaustufe von Microsoft 365 Copilot. Neu sind agentenbasierte Copilot-Funktionen in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Copilot Chat. Beschäftigte sollen laut Blogbeitrag dadurch innerhalb ihrer gewohnten Arbeitsumgebung nicht nur chatten, sondern auch Inhalte erstellen, erweitern und eigene Agenten aufbauen können.
Zugleich erweitert Microsoft die Modellauswahl. Copilot Chat bietet im Frontier-Programm ab sofort neben OpenAI auch Zugriff auf Claude von Anthropic. Im Blog betont Judson Althoff, CEO Microsoft Commercial Business, dass Microsoft 365 Copilot „model diverse by design“ sei und nicht auf ein einzelnes Modell setze. Claude sei nun „ist im regulären Chat von Copilot über das Frontier-Programm verfügbar – neben der neuesten Generation der OpenAI-Modelle.“.
Als weiterer Baustein wurde „Copilot Cowork“ angekündigt. Die Funktion befindet sich laut Microsoft in einer „research preview“ und wurde in Zusammenarbeit mit Anthropic entwickelt. Sie soll langlaufende, mehrstufige Arbeitsprozesse unterstützen, die sich über einen längeren Zeitraum entfalten.
Mit Blick auf Verwaltung, Governance und Absicherung von KI-Agenten kündigt Microsoft die allgemeine Verfügbarkeit von Agent 365 ab dem 1. Mai an. Die Plattform soll Unternehmen als zentrale Ebene dienen, um Agenten zu beobachten, zu verwalten, zu steuern und abzusichern. Der Preis wird mit 15 US-Dollar pro Nutzer angegeben.
Althoff begründet diesen Schritt mit der raschen Verbreitung von Agenten in Unternehmen. Das erhöhe zwar den Nutzwert, könne ohne Leitplanken aber auch zu mangelnder Transparenz, geringerem Return on Investment und Sicherheitsrisiken führen. Als Beleg für die Dynamik nennt Microsoft mehrere Kennzahlen aus dem Blog: IDC prognostiziere 1,3 Milliarden Agenten bis 2028, und 80 Prozent der Fortune 500 würden bereits Microsoft-Agenten einsetzen. In den ersten zwei Monaten seien zudem Zehnmillionen von Agenten im Agent 365 Registry aufgetaucht. Innerhalb von Microsoft selbst habe man inzwischen Sichtbarkeit auf mehr als 500.000 Agenten; in den vergangenen 28 Tagen hätten diese „more than 65,000 responses every day“ für Beschäftigte erzeugt.
Ebenfalls ab dem 1. Mai soll die neue Microsoft 365 E7: The Frontier Suite allgemein verfügbar sein. Microsoft fasst darin Microsoft 365 E5, Microsoft 365 Copilot und Agent 365 in einer Lösung zusammen. Nach Unternehmensangaben umfasst das Paket außerdem Microsoft Entra Suite sowie erweiterte Sicherheitsfunktionen aus Defender, Intune und Purview.
Der Preis liegt bei 99 US-Dollar pro Nutzer. Microsoft argumentiert, dass E7 unter dem Preis liege, der beim separaten Kauf der einzelnen Bestandteile anfiele. Inhaltlich verbindet das Unternehmen damit die beiden Leitbegriffe, die Althoff als Grundlage der „Frontier Transformation“ definiert: „Intelligence + Trust“.
Zur Einordnung der bisherigen Copilot-Nutzung führt Microsoft im Blog mehrere Wachstumszahlen an. Demnach sei das jüngste Quartal das bislang stärkste für Copilot gewesen. Die Zahl der bezahlten Sitze sei im Jahresvergleich um mehr als 160 Prozent gestiegen, die tägliche aktive Nutzung habe sich verzehnfacht. Die Zahl der Kunden, die Copilot in großem Maßstab mit mehr als 35.000 Sitzen ausrollen, habe sich im Jahresvergleich verdreifacht. Zudem nutzten laut Microsoft inzwischen 90 Prozent der Fortune 500 Copilot.