Erstmals seit über fünf Jahrzehnten ist wieder eine bemannte Mission der NASA zum Mond aufgebrochen. Bei Artemis II kommt zentrale Technologie aus Österreich zum Einsatz: Das Wiener Unternehmen TTTech liefert die sicherheitskritische Datenkommunikation für die Orion-Raumkapsel.
Foto: NASA/Sam Lott
Die Rückkehr der Menschheit zum Mond markiert einen technologischen und organisatorischen Wendepunkt in der internationalen Raumfahrt. Mit dem Start der Artemis-II-Mission beginnt erstmals seit 53 Jahren wieder ein bemannter Flug in Richtung Mond. Neben großen Raumfahrtorganisationen und Industriekonzernen ist auch österreichische Technologie Teil dieses Projekts. Das Wiener High-Tech-Unternehmen TTTech stellt den Kern des Datennetzwerks für die Orion-Raumkapsel sowie ihr europäisches Servicemodul bereit.
Im Zentrum der Mission steht die zuverlässige Übertragung von Daten zwischen den zentralen Systemen der Raumkapsel. Produkte von TTTech übernehmen dabei die sicherheitskritische Kommunikation für sämtliche Steuerungs- und Lebenserhaltungssysteme. Diese Systeme müssen unter extremen Bedingungen fehlerfrei funktionieren, da Wartung oder Reparatur im Weltraum nicht möglich sind.
Die Orion-Raumkapsel wird vom US-Unternehmen Lockheed Martin gebaut, während das Flugsteuerungssystem von Honeywell Aerospace stammt. TTTech arbeitet seit Jahrzehnten mit Honeywell zusammen und bringt seine Expertise in die Integration und Absicherung der Datenkommunikation ein.
Auch auf europäischer Seite ist TTTech eingebunden: In Kooperation mit der European Space Agency sowie Airbus wurden die Datenverbindungen im europäischen Servicemodul und zur Orion-Kapsel getestet. Diese Tests bildeten eine zentrale Grundlage für den nun gestarteten bemannten Flug.
Bereits bei der unbemannten Mission Artemis I im November 2022 kamen Orion-Kapsel und Servicemodul erstmals gemeinsam zum Einsatz. Die damaligen Tests dienten dazu, alle Systeme unter realen Bedingungen zu prüfen und die Voraussetzungen für Artemis II zu schaffen.
Die Anforderungen an elektronische Systeme im All unterscheiden sich grundlegend von jenen auf der Erde. Neben der langfristigen Zuverlässigkeit spielt insbesondere die Widerstandsfähigkeit gegenüber Strahlung eine entscheidende Rolle. Systeme müssen über Jahre hinweg stabil arbeiten und gleichzeitig gegen Ausfälle abgesichert sein.
Die von TTTech entwickelten Lösungen basieren auf mehr als 25 Jahren Erfahrung in Bereichen der Luft- und Raumfahrt, Industrie, Energieversorgung und kritischer Infrastruktur. Sie werden mittlerweile nicht nur in der Orion-Mission eingesetzt, sondern auch in weiteren Komponenten zukünftiger Raumfahrtprojekte, darunter das geplante Lunar Gateway.
Mit Artemis II wird ein weiterer Schritt in Richtung langfristiger Mondforschung gesetzt. Die Mission bildet die Grundlage für eine geplante Mondlandung im Jahr 2028 im Rahmen von Artemis IV – der ersten bemannten Landung seit der letzten Apollo-Mission 1972.