Mit dem NISG 2026 setzt Österreich die EU-Vorgaben zur Cyber-Resilienz konsequent um. Identity and Access Management sowie die künftige EUDI-Wallet rücken dabei ins Zentrum von Governance, Compliance und digitaler Souveränität.
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Markus Vesely, CEO von A-Trust
Mit der Verabschiedung des NISG 2026 Ende Dezember 2025 und dem geplanten Inkrafttreten am 1. Oktober 2026 setzt Österreich die Umsetzung zentraler EU-Regularien fort. NIS2, DORA und eIDAS 2.0 bilden dabei den regulatorischen Rahmen für eine europaweit abgestimmte Sicherheitsarchitektur. Im Fokus stehen nachvollziehbare digitale Prozesse, belastbare Identitäten und die sichere Verwaltung von Zugriffsrechten – zentrale Voraussetzungen für Cyber-Resilienz und Datenschutz.
Digitale Identitäten nehmen laut Pressemeldung eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von NIS2 und DORA ein. Ein modernes Identity and Access Management (IAM) ermöglicht dabei nicht nur die Verwaltung von Identitäten, sondern auch die lückenlose Nachvollziehbarkeit von Berechtigungen und Zugriffen.
Zentral ist dabei die Kombination verschiedener Sicherheitsmechanismen. Neben rollenbasierten Zugriffskontrollen und minimalen Zugriffsrechten gewinnt die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) zunehmend an Bedeutung, um regulatorische Anforderungen effizient zu erfüllen und Sicherheitsniveaus zu erhöhen. Markus Vesely, CEO von A-Trust, erläutert:
„Gestärkt wird das IAM neben rollenbasierten Zugriffskontrollen und minimalen Zugriffsrechten auch durch die Implementierung einer Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Die Kombination von Wissenskomponenten wie Passwörtern, inhärenten Komponenten wie biometrischen Merkmalen und Besitzkomponenten wie Smartphones, Smartcards oder USB-Tokens macht die MFA zu einer besonders sicheren Form der Zugriffskontrolle und Identitätssicherung und somit zu einem Booster für NIS2- und DORA-Compliance.“
Mit eIDAS 2.0, seit April 2024 in Kraft, schafft die EU die Grundlage für eine einheitliche digitale Identität. Herzstück dieser Initiative ist die EUDI-Wallet, die künftig zentrale Funktionen für Identifikation, Datenaustausch und digitale Signaturen bereitstellen soll.
Die Wallet ermöglicht unter anderem die sichere Authentifizierung, den selektiven Austausch von Attributen sowie die qualifizierte elektronische Signatur von Dokumenten. Dabei stehen Datenschutz und Nutzerkontrolle im Vordergrund: Es werden nur notwendige Informationen geteilt, sämtliche Datenübertragungen sind Ende-zu-Ende verschlüsselt, und eine zentrale Datenspeicherung wird vermieden. Markus Vesely ergänzt:
„Ein Kernelement der Wallet sind elektronische Attributsnachweise. Hierbei erfüllen Qualifizierte Attributsnachweise besonders hohe Sicherheitsanforderungen und müssen durch einen akkreditierten Vertrauensdiensteanbieter wie A-Trust validiert werden. Sie basieren auf amtlich anerkannten Quellen, sind in der gesamten EU rechtswirksam, haben eine hohe Beweiskraft vor Gericht sowie den gleichen Beweiswert wie Papierzertifikate und schaffen eine eindeutige Identitätsbindung.“
Obwohl die europaweite verpflichtende Akzeptanz der EUDI-Wallet erst ab 18. Dezember 2027 vorgesehen ist, wird bereits jetzt die Vorbereitung als entscheidend hervorgehoben. Unternehmen sind gefordert, ihre Prozesse frühzeitig „wallet-ready“ zu gestalten und praxisnahe Anwendungsfälle zu entwickeln.
Neben technischen Voraussetzungen spielt auch Kommunikation eine zentrale Rolle. Transparente Information über Funktionen, Zeitpläne und Einsatzmöglichkeiten soll Vertrauen schaffen und die Nutzung fördern. Vesely betont:
„Dazu brauchen wir ein attraktives Angebot an digitalen Attributen sowie alltagstaugliche und praxisorientierte Use Cases. Je besser und je früher Unternehmen ihre Dienste und Prozesse auf Basis der bereitgestellten Informationen ‚wallet-ready‘ machen können, desto besser werden die Angebote von der Bevölkerung angenommen.“
„Wenn Unternehmen kontinuierlich über den Entwicklungsstand, technische Spezifikationen und neue Rahmenbedingungen zur EUDI-Wallet informiert werden, können ihre Rückmeldungen wiederum aktiv in die Weiterentwicklung einfließen. Die EUDI-Wallet ist auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen.“