Mit der Übernahme des britischen Cybersecurity-Spezialisten Arco Cyber baut Sophos sein Serviceportfolio aus. Kern der Erweiterung ist das neue Angebot „Sophos CISO Advantage“, das Organisationen bei Strategie, Governance und Risikobewertung unterstützen soll – auch ohne eigene Sicherheitsleitung.
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Sophos hat die Übernahme von Arco Cyber bekannt gegeben. Das in Großbritannien ansässige Unternehmen ist auf Cybersicherheitsdienstleistungen spezialisiert und unterstützt Organisationen bei der Verbesserung ihrer Sicherheitslage, der Erfüllung von Compliance-Anforderungen sowie beim Umgang mit neuen Bedrohungen. Die Akquisition ist Teil der Strategie von Sophos, Unternehmen gemeinsam mit seinem Partnernetzwerk entlang aller Reifegrade ihrer Cybersicherheitsentwicklung zu begleiten.
Parallel dazu startet Sophos mit „Sophos CISO Advantage“ ein neues Cybersecurity-Managementangebot. Ziel ist es, Fachwissen, Entscheidungsunterstützung und operative Disziplin auf CISO-Niveau für Organisationen verfügbar zu machen – unabhängig davon, ob eine dedizierte Sicherheitsführung vorhanden ist.
Arco Cyber bringt zusätzliche Funktionen in das neue Serviceangebot ein. Dazu zählen die kontinuierliche Überprüfung der Wirksamkeit von Sicherheitskontrollen mithilfe agentenbasierter KI, die strukturierte Abbildung von Kontrollen gegenüber Risiko- und Compliance-Frameworks sowie die Aufbereitung geschäftsrelevanter Erkenntnisse zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen. Sophos-CEO Joe Levy verweist darauf, dass es weniger an verfügbarer Sicherheitstechnologie mangele als an Transparenz, Steuerbarkeit und belastbaren Grundlagen für Risikoentscheidungen.
Für Organisationen mit bestehender Sicherheitsleitung soll Sophos CISO Advantage eine integrierte Möglichkeit bieten, Risiken zu managen, Fortschritte nachzuvollziehen und Ergebnisse gegenüber internen und externen Stakeholdern zu kommunizieren. Unternehmen ohne CISO erhalten praxisorientierte Leitlinien auf strategischem Niveau.
Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung spielen Managed Service Provider (MSPs) und Managed Security Service Provider (MSSPs). Sie sollen das Angebot nutzen, um Governance-Funktionen, Qualitätssicherung und Risikoeinblicke als Dienstleistung bereitzustellen. Nach Angaben von Sophos zielt der Ansatz darauf ab, Partner in ihrer Rolle als strategische Sicherheitsberater zu stärken.
Hintergrund des Angebots ist eine strukturelle Lücke in der Cybersicherheitsführung: Weltweit gibt es schätzungsweise 359 Millionen Organisationen, jedoch weniger als 32.000 Chief Information Security Officers. Gleichzeitig steigt der Bedarf an nachvollziehbarer Governance, Priorisierung und dem Nachweis der Wirksamkeit von Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Aufsichtsgremien, Regulierungsbehörden und Versicherern. Sophos sieht die Kombination aus eigenem Portfolio und den Fähigkeiten von Arco Cyber als Antwort auf diese Entwicklung.