Eine aktuelle Umfrage von Horizon3.ai zeigt, dass Unternehmen in der DACH-Region die Risiken durch Quantencomputing bislang nur begrenzt berücksichtigen. Nur 14 Prozent der Unternehmen sehen Quantenangriffe als ernsthafte Bedrohung.
Foto: Horizon3.ai
James Lee, Regional Director DACH bei Horizon3.ai
Die Vereinte Nationen hatten 2025 zum „International Year of Quantum Science and Technology“ erklärt, um die Bedeutung der Quantentechnologie hervorzuheben. Zugleich verweisen Experten auf potenzielle Risiken für die IT-Sicherheit.
„Gleichzeitig könnte sich Quantencomputing zu einer der größten Bedrohungen für die digitale Zivilisation entwickeln“, erklärt James Lee, Regional Director DACH beim Cybersicherheitsunternehmen Horizon3.ai. Hintergrund ist die Annahme, dass Quantencomputer in absehbarer Zeit in der Lage sein könnten, heute verbreitete Verschlüsselungsverfahren zu entschlüsseln.
In der Cybercrime-Szene verbreitet sich zudem das Konzept „harvest now, decrypt later“ (HNDL). Dabei werden bereits heute große Datenmengen gesammelt, die aktuell noch verschlüsselt und damit nicht nutzbar sind. Die Erwartung ist jedoch, dass diese Daten künftig mithilfe von Quantencomputing entschlüsselt und ausgewertet werden können.
„Umso wichtiger ist es, selbst hochverschlüsselte Datenbestände heute schon so gut wie möglich zu schützen“, betont James Lee.
Die Aufmerksamkeit für diese Entwicklung ist laut einer Umfrage von Horizon3.ai unter 300 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bislang begrenzt. Nur 14 Prozent der Befragten stufen quantenbasierte Angriffe als ernsthafte Bedrohung ein. 38 Prozent sehen ein moderates Risiko, während 40 Prozent diesen Aspekt als vernachlässigbar bewerten.
Entsprechend gering fällt das Engagement bei Schutzmaßnahmen aus: 52 Prozent der Unternehmen haben bislang keine Vorkehrungen getroffen, um ihre Daten quantensicher zu verschlüsseln, und 44 Prozent planen auch künftig keine Anpassungen.
28 Prozent geben an, zumindest teilweise auf quantensichere Verfahren umsteigen zu wollen oder bereits erste Schritte gesetzt zu haben. 22 Prozent verfolgen dabei einen konkreten Zeitplan. Lediglich 14 Prozent der Unternehmen sehen sich vollständig auf den möglichen Einsatz von Quantentechnologie durch Cyberkriminelle vorbereitet.