Die siebente Ausgabe der jährlichen NordPass-Studie offenbart erneut gravierende Sicherheitslücken im Passwortverhalten. In Österreich führt heuer „admin“ das Ranking der meistverwendeten Passwörter an. Die Analyse zeigt deutliche regionale Besonderheiten – und bestätigt, dass sich die Passwortgewohnheiten quer durch alle Generationen nur geringfügig unterscheiden.
Quelle: NordPass
Die diesjährige Studie zu den 200 weltweit und in 44 Ländern am häufigsten genutzten Passwörtern, erstellt von NordPass in Zusammenarbeit mit NordStellar, zeigt, dass einfache Wort- und Zahlenkombinationen weiterhin dominieren. Trotz fortlaufender Aufklärungsarbeit im Bereich Cybersicherheit bleiben die Fortschritte gering. Dass „admin“ in Österreich nun Platz eins belegt, verdeutlicht einmal mehr, wie widerstandsfähig schwache Sicherheitspraktiken sind – unabhängig vom technischen Fortschritt und neuen Authentifizierungsmethoden.
In Österreich führt 2025 das Passwort „admin“ die Top-20-Liste an, gefolgt von Kombinationen wie „qqqq1111“, „123456“ oder „password“. Auffällig sind die zahlreichen persönlichen oder lokalen Bezüge: Begriffe wie „Buchkirchen“, „wien1020“ oder Redewendungen wie „Ichbinda1“ gehören ebenfalls zu den am häufigsten verwendeten Kennwörtern.
Die Studie ordnet diesen Trend einer Mischung aus Bequemlichkeit und Vertrautheit zu – mit klaren Nachteilen. Solche Muster sind leicht zu erraten und besonders anfällig für Wörterbuch- und Brute-Force-Angriffe. In der Top-20 finden sich zudem viele einfache Zahlenfolgen sowie gängige Tastaturmuster, obwohl Sicherheitsfachleute seit Jahren vor deren Nutzung warnen.
International bleibt „123456“ das am weitesten verbreitete Passwort, gefolgt von „admin“ und „12345678“. Die globalen Rankings werden weiterhin von einfachen Zahlenreihen wie „12345“ oder „1234567890“ sowie Passwörtern wie „qwerty123“ geprägt.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich jedoch ein klarer Anstieg bei der Verwendung von Sonderzeichen: 32 Passwörter der globalen Liste enthalten heuer Sonderzeichen – gegenüber sechs im Vorjahr. Das am häufigsten genutzte Sonderzeichen ist „@“, allerdings bleibt die Komplexität oft gering; Beispiele wie „P@ssw0rd“, „Admin@123“ oder „Abcd@1234“ verdeutlichen das erneut.
Weltweit zählt außerdem das Wort „Passwort“ – in englischer oder lokaler Übersetzung – weiterhin zu den meistverwendeten Begriffen. Dies reicht von „heslo“ (Slowakei) bis „contraseña“ (Spanien).
Karolis Arbaciauskas, Head of Product bei NordPass, betont die anhaltende Problematik: Rund 80 % aller Datenpannen seien auf kompromittierte, schwache oder wiederverwendete Passwörter zurückzuführen. Trotz Entwicklungen hin zu passwortlosen Methoden wie Passkeys bleibe die Qualität klassischer Passwörter entscheidend.
Ein zentrales Thema der diesjährigen Analyse ist der Vergleich von Passwortverhalten zwischen Generationen. Die Untersuchung widerlegt die verbreitete Annahme, Digital Natives seien automatisch sicherheitsbewusster.
Laut Studie ähneln die Passwortgewohnheiten von 18-Jährigen jenen von 80-Jährigen: Zahlenkombinationen wie „12345“ und „123456“ gehören in allen Altersgruppen zu den Favoriten. Generationenunterschiede zeigt lediglich die Nutzung von Namen.
Ältere Generationen greifen häufiger zu Namen.
Bei Gen Z und Gen Y sind Namen selten; dort tauchen stattdessen Kombinationen wie „1234567890“ oder Begriffe wie „skibidi“ auf.
Für Gen X ist „Veronica“ der am häufigsten verwendete Name, bei Baby Boomern „Maria“, und bei vor 1945 Geborenen „Susana“.
Die Studie zeigt deutlich, dass einfache Passwörter weiterhin ein massives Sicherheitsrisiko darstellen – quer durch Regionen und Altersgruppen. Arbaciauskas empfiehlt mehrere grundlegende Schritte, um die Passwortsicherheit zu erhöhen:
Verwendung komplexer Passwörter oder Passphrasen mit mindestens 20 Zeichen
Keine Wiederverwendung von Passwörtern
Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung schwacher oder mehrfach genutzter Passwörter
Einsatz eines Passwort-Managers
Aktivierung von Multi-Faktor-Authentifizierung
Die zugrunde liegende Analyse basiert auf aktuellen öffentlich gewordenen Datenlecks sowie Darknet-Datenbanken mit Passwörtern, die zwischen September 2024 und September 2025 offengelegt wurden. Personenbezogene Daten wurden dabei laut den Studienautoren nicht erhoben oder erworben.