Boomi und Red Hat wollen Unternehmen den produktionsreifen Einsatz agentischer KI erleichtern. Die beiden Anbieter haben eine strategische Zusammenarbeit angekündigt, um einen integrierten Technologie-Stack für KI-Anwendungen bereitzustellen. Im Mittelpunkt stehen dabei Datenhoheit, Governance, Infrastrukturflexibilität und Kostenkontrolle.
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Steve Lucas, Vorsitzender und CEO von Boomi
Der Aufbau produktionsreifer KI-Infrastrukturen gilt in vielen Unternehmen weiterhin als komplex. Unterschiedliche Lösungen für Agentenentwicklung, Orchestrierung, Governance, Sicherheit und Infrastruktur müssen häufig miteinander kombiniert werden. Laut Boomi und Red Hat führt diese Fragmentierung nicht nur zu erhöhtem Integrationsaufwand, sondern kann auch Risiken bei Datenschutz, Governance und Kostenkontrolle verursachen.
Die beiden Unternehmen kündigten daher eine strategische Zusammenarbeit an, mit der ein integrierter Stack für agentische KI entstehen soll. Ziel ist es, Unternehmen eine einheitliche Grundlage für die Entwicklung, Steuerung und den Betrieb KI-basierter Agentensysteme bereitzustellen.
„Jeder Unternehmensleiter, mit dem ich spreche, stellt dieselbe Frage: Wie erziele ich einen echten KI-ROI, ohne die Kontrolle über meine Daten, meine Sicherheitslage oder mein Budget zu verlieren?“, sagt Steve Lucas, Vorsitzender und CEO von Boomi. „Die Antwort liegt nicht darin, Dutzende von Anbietern zusammenzuflicken, sondern darin, über eine einheitliche Plattform zu verfügen. Zusammen mit Red Hat geben wir Unternehmen die Möglichkeit, ihre Daten zu aktivieren, KI unternehmensweit zu orchestrieren und sie mit erhöhter Sicherheit in ihrer eigenen Umgebung zu betreiben – und das zu Kosten, die KI in großem Maßstab rentabel machen.“
Im Rahmen der Kooperation soll das Boomi Agentstudio mit den KI- und Hybrid-Cloud-Technologien von Red Hat kombiniert werden. Unternehmen sollen damit KI-Agenten direkt mit Daten aus unterschiedlichen Anwendungen, Systemen und Geschäftsprozessen verbinden können.
Darüber hinaus planen die Partner Funktionen zur Steuerung und Überwachung von Agentensystemen. Dazu zählen unter anderem Richtlinienkontrollen, Transparenz über Agentenaktivitäten sowie Mechanismen zur Begrenzung unautorisierter Ausführungen und potenzieller Kostensteigerungen.
Laut Unternehmen soll insbesondere die Kombination aus Boomis Orchestrierungstechnologie und den Governance- sowie Monitoring-Funktionen von Red Hat AI einen kontrollierbaren Betrieb komplexer KI-Workflows ermöglichen.
Die technische Grundlage bildet laut den Unternehmen eine Kubernetes-native Laufzeitumgebung von Red Hat AI, die für Hybrid-Cloud-Umgebungen und souveräne Rechenzentren ausgelegt ist. Ergänzt wird dies durch einen intelligenten Modell-Router von Boomi, der KI-Anfragen abhängig von Aufgabenkomplexität und Datensensibilität verschiedenen Modellen zuweisen soll.
Mike Ferris, Chief Strategy Officer und Chief Operations Officer bei Red Hat, sieht darin einen zentralen Schritt für den breiteren Unternehmenseinsatz von KI: „Die nächste Ära der Unternehmen wird von jenen geprägt sein, die KI von einem zentralisierten Experiment zu einer verteilten Geschäftsrealität entwickeln können.“ Durch die Verbindung der Open-Source-KI-Technologien von Red Hat mit der agentenbasierten Orchestrierung von Boomi sollen Unternehmen „mit architektonischer Souveränität eine Führungsrolle im KI-Bereich“ einnehmen können, ohne „ihre Daten, ihre Kosten oder ihre zukünftige Autonomie zu gefährden“.
Beide Unternehmen betonen, dass der gemeinsame Ansatz darauf abzielt, fragmentierte KI- und Dateninfrastrukturen durch eine konsolidierte Plattform zu ersetzen. Dadurch sollen sich operative Komplexität und Betriebskosten reduzieren lassen.
Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass Unternehmensdaten in kontrollierten Umgebungen verbleiben können. Der Fokus liegt dabei auf produktionsreifen KI-Systemen, die über Pilotprojekte hinaus skalierbar betrieben werden können.