Eine aktuelle Studie von OutSystems zeigt eine unterschiedliche Entwicklung beim Einsatz von KI in der Softwareentwicklung: Während generative KI in Deutschland bereits weit verbreitet ist, bleibt der Einsatz von agentenbasierter KI deutlich zurück.
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Woodson Martin, CEO von OutSystems: "Software zu entwickeln und KI-Systeme zu entwickeln ist heute praktisch ein und dasselbe."
Deutschland weist beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Softwareentwicklung laut dem „State of AI Development Report 2026“ ein gemischtes Bild auf. Für die Studie wurden weltweit rund 1.900 IT-Verantwortliche befragt. Demnach nutzen in deutschen Unternehmen bereits 56 Prozent generative KI in der Anwendungsentwicklung. Klassische Programmierung liegt mit 40 Prozent dahinter.
Gleichzeitig zeigt sich beim nächsten Entwicklungsschritt – dem Einsatz von KI-Agenten – eine deutlich geringere Verbreitung. Neun Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland setzen diese Technologie bislang gar nicht ein. Das ist laut Report der höchste Wert unter den untersuchten Märkten.
International ist die Entwicklung weiter fortgeschritten. Weltweit nutzen laut Studie bereits 96 Prozent der Organisationen KI-Agenten in irgendeiner Form, und 97 Prozent prüfen entsprechende Strategien für den unternehmensweiten Einsatz. Der Fokus verschiebt sich damit zunehmend von Pilotprojekten hin zu produktiven Anwendungen.
Agentenbasierte KI gilt als Weiterentwicklung bisheriger KI-Ansätze, da sie eigenständig Entscheidungen treffen und Prozesse ausführen kann. Prognosen zufolge könnten bis Ende 2026 rund 40 Prozent der Unternehmensanwendungen mit solchen spezialisierten KI-Agenten ausgestattet sein.
Auch in der Praxis zeigt sich der zunehmende Einsatz: 31 Prozent der Befragten geben an, dass KI bereits fest in ihre Entwicklungsprozesse integriert ist, während weitere 42 Prozent KI in einzelnen Phasen des Softwareentwicklungszyklus nutzen. Gleichzeitig setzen mehr als die Hälfte der Unternehmen auf Modelle, bei denen KI-Systeme weitgehend autonom arbeiten, aber unter menschlicher Aufsicht bleiben.
In Deutschland liegt die Zurückhaltung beim Einsatz von Agentic AI laut Studie weniger an fehlendem Know-how als an strukturellen Herausforderungen. Als wichtigste Hürden nennen Unternehmen die Integration in bestehende Systeme (38 Prozent), Legacy-Strukturen (34 Prozent) sowie Governance- und Compliance-Anforderungen (31 Prozent).
Auch bei der Erfolgsquote von KI-Projekten zeigt sich Zurückhaltung: Nur neun Prozent der Befragten berichten, dass der Großteil ihrer Projekte erfolgreich umgesetzt wird. Gleichzeitig wird mangelnde Expertise vergleichsweise selten als Problem genannt.
Woodson Martin, CEO von OutSystems, ordnet die Entwicklung wie folgt ein:
„Der Übergang von KI-Experimenten hin zu messbaren Geschäftsergebnissen ist keine Zukunftsvision mehr – er ist bereits Realität. Die Ergebnisse des State of AI Development Report zeigen einen grundlegenden Wandel: Software zu entwickeln und KI-Systeme zu entwickeln ist heute praktisch ein und dasselbe. Während sich Unternehmen in Richtung eines Systems aus KI-Agenten bewegen, geht es nicht mehr nur um die Einführung von KI. Entscheidend ist vielmehr, eine stabile architektonische Grundlage zu schaffen, die diese komplexen intelligenten Systeme koordiniert und so echte Produktivitätsgewinne ermöglicht.“
Eine zusätzliche Herausforderung sieht die Studie in der zunehmenden Fragmentierung der KI-Architekturen. Viele Unternehmen kombinieren eigene Entwicklungen mit vorgefertigten Lösungen, was die Standardisierung und Absicherung erschwert. Nur ein kleiner Teil setzt bislang auf zentrale Plattformen zur Steuerung dieser Komplexität.