Die becos GmbH zeigt, wie digitale Zwillinge als lernfähige Systeme Erfahrungswissen und Echtzeitdaten verknüpfen, um Produktionsprozesse adaptiv zu steuern. Die Technologie ermöglicht nicht nur mehr Effizienz, sondern auch eine Antwort auf den demografischen Wandel.
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Digitale Zwillinge in der Fertigung
Die Fertigungsindustrie steht vor der Herausforderung, steigende Komplexität, Fachkräftemangel und zunehmende Anforderungen an Flexibilität in Einklang zu bringen. Digitale Zwillinge bieten hier einen effizienten Ansatz: Sie verbinden das Erfahrungswissen von Mitarbeitenden mit Echtzeitdaten aus der Produktion und ermöglichen dadurch eine adaptive Steuerung industrieller Prozesse. Die becos GmbH zeigt in aktuellen Projekten, wie dieser Ansatz konkret umgesetzt werden kann.
Im Zentrum der Lösung steht ein semantisch angereichertes Datenmodell, das sowohl Sensordaten von Maschinen als auch das Erfahrungswissen von Mitarbeitenden integriert. Dieses Modell bildet die Basis für einen digitalen Zwilling, der als lernfähiges System agiert. Produktionsabweichungen werden durch ihn in Echtzeit erkannt, analysiert und automatisch korrigiert – etwa durch die Anpassung von Taktzeiten oder Produktionsreihenfolgen. Das System folgt dabei einem klaren Ablauf: beobachten, analysieren, bewerten und entscheiden. Die Steuerung wird damit dynamisch und kann auch auf unerwartete Störungen reagieren.
Ein aktuelles Anwendungsbeispiel findet sich in der Kooperation von becos mit einer Lernfabrik. Dort übernimmt ein digitaler Zwilling die Steuerung einer Mensch-Roboter-Arbeitsstation. Sobald etwa Ermüdung oder technische Störungen auftreten, reagiert das System eigenständig. Entscheidungen werden auf Basis vorheriger Erfahrungswerte getroffen und laufend angepasst – ganz ohne manuelles Eingreifen. Im Unterschied zu klassischen Automatisierungssystemen agiert der digitale Zwilling hier kontextsensitiv und autonom.
Neben der Effizienzsteigerung spielt auch der Wissensschutz eine zentrale Rolle. Angesichts des demografischen Wandels und dem drohenden Verlust von Erfahrungswissen durch den Ruhestand älterer Mitarbeitender bietet die Digitalisierung eine strategische Lösung. Mit digitalen Zwillingen wird dieses Wissen systematisch erfasst und organisationsweit verfügbar gemacht. Laut Geschäftsführer Prof. Dr. Günter Bitsch versteht becos diese Technologie nicht nur als Effizienzwerkzeug, sondern auch als Mittel zur generationenübergreifenden Wissensweitergabe.
Die becos GmbH begleitet mittelständische Unternehmen bei der Einführung solcher Systeme und unterstützt die Integration in bestehende IIoT-Infrastrukturen. Ziel ist eine neue Form der Fertigungssteuerung – datenbasiert, adaptiv und widerstandsfähig gegenüber sich wandelnden Rahmenbedingungen.