Die Zahl der IoT-Geräte steigt rasant – mit der eSIM rückt eine Technologie in den Fokus, die sichere und flexible Vernetzung über den gesamten Lebenszyklus ermöglicht. Giesecke+Devrient betont Vorteile bei Standardisierung, Automatisierung und Kosten.
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Sönke Schröder, Director Global Go-to-Market Strategy & Innovations für Connectivity & IoT bei Giesecke+Devrient
Die zunehmende Verbreitung von IoT-Anwendungen – von Transport und Logistik über Landwirtschaft bis zur industriellen Fertigung – macht eine verlässliche und anpassungsfähige Konnektivität erforderlich. Die eSIM, ursprünglich für den Automobilsektor entwickelt, erfüllt diese Anforderungen zunehmend. „Im IoT-Bereich wird die eSIM bei der Umsetzung moderner Konnektivitäts- und Produktionsprozesse die entscheidende Rolle spielen. Ihre zentralen Vorteile sind die Digitalisierung von Prozessen, Effizienzsteigerung, Kosteneinsparung und Sicherheit. Zudem bieten eSIMs eine hohe Flexibilität und sind netzunabhängig, das heißt, während der Lebensdauer eines IoT-Geräts kann mehrfach der Anbieter gewechselt werden. Nutzerinnen und Nutzer können so auf Basis von Faktoren wie Netzabdeckung, Qualität, benötigter Bandbreite, Preis oder Gerätestandort den jeweils besten Anbieter wählen. Neue Profile lassen sich dabei sicher und effizient beispielsweise über die AirOn360-Plattform von G+D bereitstellen“, erklärt Sönke Schröder, Director Global Go-to-Market Strategy & Innovations für Connectivity & IoT bei G+D.
Der neue eSIM-Standard SGP.32 unterstützt IP-basierte Kommunikationsprotokolle und ermöglicht eine flexiblere Verwaltung von Geräten. Im Unterschied zur SMS-basierten SGP.02-Spezifikation sind Profilwechsel einfacher möglich, was die Anpassung an regionale oder gesetzliche Anforderungen erleichtert. Da beide Standards parallel genutzt werden, ist eine Konnektivitätsplattform erforderlich, die SGP.02 und SGP.32 gleichermaßen unterstützt.
Mit In-Factory Profile Provisioning (IFPP) können eSIM-Profile bereits während der Produktion automatisch geladen werden. Geräte lassen sich so entweder mit einem Bootstrap-Profil oder mit einer finalen Subskription ausstatten. Ergänzend ermöglicht Remote SIM Provisioning (RSP) eine spätere Aktualisierung von Profilen direkt per Over-the-Air-Verfahren.
In industriellen Umgebungen spielt die eSIM auch bei Private-5G-Netzen eine Rolle. Maschinen lassen sich robust und zentral verwalten, während klassische SIM-Karten anfälliger für Korrosion und Vibration sind. Zudem können Geräte nahtlos von privaten in öffentliche Netze wechseln, wobei SGP.32 den Anbieterwechsel im Betrieb erleichtert.
Im Vergleich zu WiFi oder Bluetooth bietet Mobilfunk standardisierte Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen. Lösungen wie AirOn360 Intelligent Online ermöglichen zudem eine zeitlich begrenzte Anbindung, wodurch Kosten reduziert werden können, wenn Geräte nur bei Bedarf mit Konnektivität ausgestattet werden.
Da eSIMs fest im Gerät verbaut sind, entfällt der physische Austausch im Feld. Dies erleichtert die Verwaltung internationaler Gerätemodelle, reduziert die Anzahl an Varianten und senkt Materialkosten. Unternehmen können so ihre Bestandsverwaltung vereinfachen und zugleich auf standardisierte Lösungen setzen.