Die Olympischen Winterspiele 2026 stellten die IT-Infrastruktur vor eine Herausforderung historischen Ausmaßes. Über ein weit verzweigtes Gebiet Norditaliens hinweg entstand eine Netzwerkarchitektur, die Stabilität, Sicherheit und Skalierbarkeit für Athlet:innen, Veranstalter, Medien und ein weltweites Milliardenpublikum gewährleisten musste.
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Die Olympischen Winterspiele waren stets auch ein technologischer Kraftakt. Bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 verschoben sich diese Maßstäbe jedoch deutlich. Mit Wettkämpfen an mehr als 15 Austragungsorten, verteilt über mehr als 22.000 Quadratkilometer – rund 7,5 Prozent des italienischen Staatsgebiets – handelte es sich um die bislang geografisch am stärksten verteilten Olympischen Winterspiele. Zwischen den beiden Hauptstandorten lagen mehr als 400 Kilometer. Entsprechend hoch waren die Anforderungen an das Netzwerk, das sportliche Höchstleistungen, Medienproduktion und Organisation gleichermaßen tragen musste.
Insgesamt nahmen mehr als 3.000 Athletinnen und Athleten an 116 Bewerben in 16 Sportarten und 19 Disziplinen teil. Diese Vielzahl parallel stattfindender Wettbewerbe erzeugte erhebliche Datenmengen – von Zeitmessung und Akkreditierung bis hin zu Organisations- und Logistiksystemen. Das Netzwerk musste dabei nicht nur leistungsfähig, sondern vor allem hochverfügbar sein, da viele sportliche Entscheidungen in Sekundenbruchteilen fielen und unmittelbar weltweit übertragen wurden.
Ein wesentlicher Treiber der Netzwerkanforderungen war die Medienproduktion. Bei den Winterspielen von Milano Cortina 2026 wurden erstmals in großem Umfang hochauflösende 8K-Inhalte bereitgestellt. Diese Datenströme gingen an mehr als 200 Rechteinhaber, die die Bewerbe weltweit ausspielten. Millionen paralleler, gesicherter Verbindungen waren erforderlich, um die Inhalte zuverlässig an ein globales Publikum von Milliarden Menschen zu übertragen.
Ausschlaggebend für die Auswahl des Technologiepartners waren aus Sicht des Organisationskomitees vor allem die Anforderungen an Skalierbarkeit, Betriebssicherheit und zentrale Steuerbarkeit. Für Aufbau und Betrieb der Netzwerkarchitektur entschied man sich für Hewlett Packard Enterprise, da die Infrastruktur über alle Austragungsorte hinweg einheitlich umgesetzt und trotz großer geografischer Distanzen konsistent betrieben werden musste. Ebenso entscheidend war die Möglichkeit, Betriebsprozesse weitgehend zu automatisieren und Sicherheitsfunktionen direkt in die Netzwerkarchitektur zu integrieren, um den laufenden Betrieb eines zeitkritischen Großereignisses abzusichern.
Um diese Komplexität beherrschbar zu machen, setzte das Organisationskomitee auf ein von Beginn an KI-gestütztes Netzwerkdesign. Die Infrastruktur analysierte kontinuierlich Verkehrsströme, erkannte Nutzungsmuster und identifizierte potenzielle Engpässe frühzeitig. Der laufende Betrieb wurde dadurch weitgehend automatisiert unterstützt – von der Performance-Optimierung bis zur Fehlerbehebung in Echtzeit.
Ergänzt wurde die Architektur durch einen virtuellen Netzwerkassistenten, der eine dialogbasierte Interaktion mit dem Netzwerk ermöglichte. IT-Teams konnten Informationen zum Netzwerkzustand, zur Anwendungsperformance oder zu Störungen über natürliche Sprache abrufen, was insbesondere im zeitkritischen Umfeld eines Großereignisses von Bedeutung war.
Neben Performance und Skalierbarkeit spielte die Sicherheit eine zentrale Rolle. Das Netzwerk schützte sensible Daten wie Medienfeeds, organisatorische Informationen und Athletendaten. Insgesamt mussten die Zugriffe von tausenden Mitarbeitenden, Partnern, Dienstleistern sowie mehr als 18.000 freiwilligen Helferinnen und Helfern koordiniert werden.
Die Sicherheitsarchitektur folgte einem Zero-Trust-Ansatz. Jeder Zugriff wurde überprüft, Bedrohungen kontinuierlich analysiert und potenziell proaktiv abgewehrt. Sämtliche Netzwerkelemente fungierten dabei als mögliche Kontroll- und Durchsetzungspunkte – von Rechenzentren über Cloud-Umgebungen bis hin zu Endgeräten wie Laptops oder Wearables.
Die Olympischen Winterspiele von Milano Cortina 2026 galten damit auch als umfassender Belastungstest für moderne Netzwerktechnologien. Millionen gesicherter Verbindungen bildeten das digitale Rückgrat für ein Ereignis, das zugleich lokal fragmentiert und global sichtbar war. Für Athletinnen und Athleten, Medien sowie Zuschauerinnen und Zuschauer wurde deutlich, dass die Leistungsfähigkeit der IT-Infrastruktur maßgeblich dazu beitrug, sportliche Höchstleistungen ohne technische Einschränkungen erlebbar zu machen.