Der Einsatz von KI-Agenten in europäischen Unternehmen steht vor einem deutlichen Wachstumsschub. Laut einer aktuellen Salesforce Studie planen Unternehmen, die Zahl ihrer eingesetzten Agenten bis 2027 massiv zu erhöhen. Gleichzeitig zeigt sich: Ohne systemübergreifende Integration drohen neue Silos, steigende Komplexität und Governance-Risiken.
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Die Vision des „Agentic Enterprise“, in dem Menschen und KI-Agenten gemeinsam Geschäftsprozesse gestalten, rückt für viele europäische Unternehmen näher. KI-Agenten gelten zunehmend als Produktivitätstreiber, der nicht nur operative Abläufe automatisiert, sondern auch Entwickler:innen entlastet und neue Formen der Zusammenarbeit ermöglicht. Doch mit der wachsenden Zahl autonom agierender Systeme steigen auch die Anforderungen an IT-Architekturen, Integration und Steuerung.
Der aktuelle Connectivity Benchmark Report zeigt, dass europäische Unternehmen derzeit im Durchschnitt zwölf KI-Agenten einsetzen. Innerhalb von zwei Jahren soll diese Zahl um 83 Prozent steigen. Bereits heute haben bei 78 Prozent der befragten Unternehmen die meisten oder alle Abteilungen KI-Agenten eingeführt. Eingesetzt werden dabei unterschiedliche Typen: vorgefertigte SaaS-Agenten, in Plattformen eingebettete Agenten sowie eigenständig entwickelte Lösungen, die jeweils etwa ein Drittel der Nutzung ausmachen.
Trotz dieser Verbreitung arbeiten rund 50 Prozent der KI-Agenten noch isoliert in einzelnen Systemen. Die Folge sind unterbrochene Workflows, doppelte Automatisierungen und das Risiko einer unkontrollierten Schatten-KI. Parallel dazu wächst die IT-Landschaft weiter: Die Zahl der eingesetzten Anwendungen stieg im Jahresvergleich von 789 auf 867, von denen lediglich 29 Prozent integriert sind.
Mit der Skalierung von KI-Agenten entsteht eine zentrale Lücke in Orchestrierung und Governance. 84 Prozent der europäischen IT-Führungskräfte befürchten, dass KI-Agenten ohne ausreichende Integration mehr Komplexität als Nutzen erzeugen könnten. Als wesentliche Hürden nennen sie Unsicherheiten bei Risiko-, Compliance- und Sicherheitsfragen, fehlende interne Expertise im KI-Design sowie veraltete oder inkompatible IT-Infrastrukturen.
Besonders kritisch ist die Datennutzung: 95 Prozent der Unternehmen berichten hier von Herausforderungen, bei 38 Prozent explizit aufgrund veralteter Architekturen. Gleichzeitig planen oder nutzen Unternehmen eine Vielzahl unterschiedlicher Agenten-Protokolle, was die technische Koordination zusätzlich erschwert.
Vor diesem Hintergrund rückt der Aufbau einer einheitlichen Integrationsschicht in den Fokus. 96 Prozent der IT-Führungskräfte sind überzeugt, dass der Erfolg von KI-Agenten von einer nahtlosen Datenintegration über alle Systeme hinweg abhängt. 92 Prozent sehen eine API-getriebene Architektur als erfolgsentscheidend an. Bereits 52 Prozent der Unternehmen nutzen APIs, um KI-Tools zu verbinden und zu kontrollieren.
Einheitliche Integrationsansätze sollen es ermöglichen, fragmentierte Agentenlandschaften zu konsolidieren, Transparenz zu schaffen und Governance durchzusetzen. Erste Anwender zeigen, wie KI-Agenten so aus experimentellen Silos in zentrale Geschäftsprozesse überführt werden können. Der Ausbau entsprechender Plattformfunktionen zielt darauf ab, KI-Agenten systemübergreifend sichtbar zu machen, zentral zu verwalten und kontrolliert zu orchestrieren.
Agent Visualizer ermöglicht beispielhaft das Filtern und Durchsuchen von Amazon-Bedrock-Agenten (Quelle: Salesforce)