Die Deutsche Telekom und ihre IT-Tochter T‑Systems treiben den Ausbau der T Cloud Public voran. Bis Ende 2026 soll die Plattform eine vollständige Kernfunktionsparität mit führenden US-Hyperscalern erreichen und dabei europäische Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Souveränität erfüllen.
Foto: T-Systems
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Ferri Abolhassan, CEO T-Systems und Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG
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Eduard Kowarsch, Head of Cloud Services bei T-Systems Austria
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Christine Knackfuß, Chief Sovereignty Officer und Vorstandsmitglied von T-Systems
Cloud-Infrastrukturen gelten als Schlüsseltechnologie für Digitalisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Für europäische Unternehmen bedeutete dies bislang häufig eine Abwägung zwischen technischer Leistungsfähigkeit globaler Anbieter und regulatorischen sowie datenschutzrechtlichen Vorgaben. Mit dem weiteren Ausbau der T Cloud Public positioniert sich die Deutsche Telekom nun als europäische Option, die beide Anforderungen zusammenführen soll.
Nach Angaben des Konzerns stehen bereits heute rund 80 Prozent der Kernfunktionalitäten führender Cloud-Anbieter zur Verfügung, die vollständige Parität soll bis Ende 2026 erreicht werden. Ziel sei es, Unternehmen eine Alternative zu bieten, ohne auf zentrale Cloud-Funktionen verzichten zu müssen.
Ferri Abolhassan, CEO T-Systems und Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG, betont:
„Wir beenden die Ära der Entweder-oder-Entscheidungen. Unternehmen mussten bisher wählen: maximale Funktionalitäten aus Übersee oder europäische Souveränität. Mit der T Cloud Public liefern wir jetzt das Beste aus beiden Welten. Wir bauen nicht nur eine souveräne Cloud, sondern das digitale Fundament für ein wettbewerbsfähiges, freies Europa.“
Laut Einschätzungen der Information Services Group positioniert sich die Plattform damit nicht nur gegenüber anderen europäischen Angeboten, sondern auch im Vergleich zu einzelnen BigTech-Lösungen wettbewerbsfähig.
Die T Cloud Public stellt Unternehmen ein modulares Cloud-Toolkit bereit, das Rechenleistung, Speicher, verwaltete Datenbanken und Entwickler-Werkzeuge umfasst. Ergänzt wird das Angebot durch die Industrial AI Cloud, die am 4. Februar offiziell in Betrieb gegangen ist und die verfügbare GPU-Kapazität in Deutschland um 50 Prozent erhöht.
„Die Plattform automatisiert dabei viele Hintergrundprozesse, bietet bereits 80 Prozent der gewohnten Hyperscaler-Funktionen und reduziert so spürbar den Aufwand für die IT-Verwaltung. Bis Ende 2026 werden wir die vollständige Feature-Parität erreichen“,
so Abolhassan.
Aus österreichischer Perspektive betont Eduard Kowarsch, Head of Cloud Services bei T-Systems Austria:
„Europäische Unternehmen brauchen keine Kompromisse mehr bei Performance oder Skalierbarkeit. Mit der T Cloud Public stellen wir eine DSGVO-konforme Public-Cloud-Plattform bereit, die mit bekannten Hyperscalern mithalten kann und konsequent europäischen Prinzipien folgt.“
Ein zentrales Differenzierungsmerkmal der Plattform liegt im Anspruch auf europäische Souveränität. Die T Cloud Public setzt laut Anbieter auf Security by Design, eine Zero-Trust-Architektur und Zertifizierungen nach Standards wie C5. Die Datenverarbeitung erfolgt vollständig in europäischen Rechenzentren und soll gegen Zugriffe aus Drittstaaten abgesichert sein.
„Wir hinterfragen kontinuierlich unser eigenes Souveränitätsniveau, nutzen die strengen regulatorischen Vorgaben der Telekommunikationsbranche als zentralen Maßstab und prüfen fortlaufend weitere Wege, um noch unabhängiger zu werden“,
sagt Christine Knackfuß, Chief Sovereignty Officer und Vorstandsmitglied von T-Systems.
Mit mehr als 4.000 Unternehmenskunden, darunter Konzerne, Mittelständler und öffentliche Einrichtungen, ist die Plattform bereits im produktiven Einsatz. Der geplante Funktionsausbau soll den Wechsel in eine europäische Cloud-Umgebung erleichtern und zugleich bestehende Abhängigkeiten von globalen Anbietern reduzieren.