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Digitalisierte Information Supply Chain

Datenaustausch in der Smart Factory

Gastbeitrag: Die Produktion der Zukunft ist durch hohe Geschwindigkeit und Flexibilität geprägt. Um dies zu ermöglichen, braucht es eine durchgehend digitalisierte Supply Chain etwa in Form einer cloudbasierten Technical Data Management Lösung, erklärt Andreas Dangl von Fabasoft

Foto: Fabasoft Der Autor Andreas Dangl ist Business Unit Executive für Cloud-Services bei Fabasoft. In seiner Funktion berät und unterstützt er Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen bei der Einführung von Cloud-Lösungen Wollen Industrieunternehmen im globalen Wettbewerb bestehen, müssen sie in immer kürzeren Abständen innovative, kundenzentrierte Produkte und Services auf den Markt bringen, so die PwC-Studie „Digital Product Development 2025: Agile, Collaborative, AI Driven and Customer Centric“.

Demnach sollen Investitionen in die digitale Produktentwicklung während der kommenden fünf Jahre Effizienzsteigerungen von durchschnittlich 19 Prozent bringen. Außerdem rechnet man damit, dass die Produkteinführungszeiten um 17 Prozent und die Produktionskosten um 13 Prozent reduziert werden können.

Eine der Voraussetzung dafür ist, dass sich traditionelle Produktionsstätte zu intelligenten Fabriken weiterentwickeln, was derzeit auch geschieht. Der Capgemini-Studie „Smart Factories @ Scale“ zufolge wurden seit 2017 bereits ein Drittel der Fabriken in intelligente Anlagen umgewandelt. In den kommenden fünf Jahren wollen Produktionsunternehmen zudem 40 Prozent mehr smarte Fabriken errichten.

Digital Supply Chain auf Cloud-Basis

Eine weitere Voraussetzung für die kundenzentrierte Produktion der Zukunft ist die Modernisierung der Supply Chain. Damit die notwendigen Daten und Informationen ungehindert und in hoher Geschwindigkeit zwischen allen Stakeholdern wie Herstellern, Lieferanten, Partnern, Behörden und Kunden fließen können, braucht es ein flexibles Ökosystem mit durchgängig digitalen Prozessen, die möglichst schlank und robust modelliert sind. Zudem sind Aspekte wie Usability, Datensicherheit und hohe Integrationsfähigkeit von entscheidender Bedeutung.

Im Sinne der Plattformökonomie bieten sich dafür Cloud-Services optimal an. Dank Cloud können etwa Lieferanten schnell eingebunden werden, ohne dass sie ihre IT-Abteilungen mit einer On-Premises-Lösung belasten müssen. Entsprechende Schnittstellen sorgen dafür, dass das Zusammenspiel mit kritischen Software-Systemen wie ERP reibungslos funktioniert. Die Nutzung in einem Web-Browser – idealerweise in der Muttersprache der Benutzer – erhöht die Usability und damit die Akzeptanz.

Foto: Fabasoft Statusübersicht von produktbegleitenden Dokumenten Eine weitere Stärke von Cloud ist, dass die technischen Daten und Dokumente, die für die Produktion benötigt werden – Zeichnungen, 3D-Modelle und Betriebs- und Wartungshandbücher, Verträge und Zertifikate sowie Zulassungs- und Genehmigungsdokumente – hier zentral abgelegt und für alle Beteiligten jederzeit, überall und von jedem Endgerät aus abrufbereit sind. Mit einem modernen Technical Data Management gehören die früher üblichen E-Mail-Attachements, üblicherweise verbunden mit einer hohen Fehleranfälligkeit und einem ebensolchen Verwaltungsaufwand, der Vergangenheit an.

Die im Zusammenhang mit Cloud gern gestellte Frage nach der Sicherheit der Daten lässt sich aktuell leichter beantworten denn je. Besonders unabhängige Cloud-Provider im europäischen Raum verfügen heute über eine Reihe von Zertifizierungen, die einen mehrschichtigen Schutz von Daten und Infrastruktur belegen. Zu den wichtigsten Zertifikaten gehören etwa der Anforderungskatalog C5 („Cloud Computing Compliance Controls Catalogue“) des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) oder das „EuroCloud StarAudit“

Mit einer Cloud-Lösung lässt sich zudem ein Rechte- und Rollenkonzept über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg umsetzen. Das heißt, dass jeder Beteiligte nur auf jene Dokumente zugreifen kann, die er in seiner Rolle in der digitalen Supply Chain benötigt. Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Login unterstützt die Maßnahmen in Sachen Datensicherheit und Compliance.

End-to-end-Prozessmodellierung

Neben der Cloud ist die Prozessorientierung eine zentrale Säule im modernen Technical Data Management. Diese äußert sich etwa darin, dass die digitalen Prozesse der Supply Chain, wie etwa Genehmigungen oder Abnahmen, über alle Abteilungs-, Unternehmens- und auch Ländergrenzen hinweg durchgehend digital abgebildet werden können.

Dazu gehören auch integrierte Statusanzeigen, die dafür sorgen, dass die Stakeholder jederzeit den Gesamtüberblick über den aktuellen Projektstand, anstehende Aufgaben und Abgabetermine besitzen. Damit lassen sich Risiken von Vertragsstrafen verursacht durch Projektverzögerungen deutlich reduzieren.

Mit anderen Worten: Neben intelligenten Fabriken schafft eine prozessorientierte und cloudbasierte Technical Data Management Plattform die wesentlichen Voraussetzungen für die Produktion der Zukunft.

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