Fehlende Sicherheitskontrollen, veraltete Systeme und unzureichend erfasste IT-Assets zählen zu den größten Risiken für Unternehmen. Das zeigt der neue Arctic Wolf State of the Cybersecurity Attack Surface Report 2026. Demnach verfügen 33 Prozent aller untersuchten IT-Assets über mindestens eine fehlende oder fehlerhaft konfigurierte kritische Sicherheitskontrolle.
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Sebastian Schmerl, Vice President Security Services EMEA bei Arctic Wolf
Unternehmen können nur jene Risiken absichern, die sie tatsächlich kennen. Genau hier sieht Arctic Wolf eine der größten Herausforderungen der IT-Sicherheit. Für den aktuellen State of the Cybersecurity Attack Surface Report 2026 wurden aggregierte und anonymisierte Daten aus Kunden- und Interessentenumgebungen von Aurora Attack Surface Management ausgewertet. Die Analyse umfasst mehr als 800.000 IT-Assets weltweit.
Die Ergebnisse zeigen, dass in vielen IT-Umgebungen grundlegende Sicherheitskontrollen fehlen oder nicht vollständig umgesetzt werden. Dadurch entstehen blinde Flecken, die Angreifer gezielt ausnutzen können.
Laut Report verfügen 33 Prozent aller untersuchten IT-Assets über mindestens eine fehlende oder fehlerhaft konfigurierte kritische Sicherheitskontrolle.
Darüber hinaus werden 18 Prozent der IT-Assets weder durch Patch- noch durch Konfigurationsmanagement erfasst. Zehn Prozent verfügen über keinen Endpoint-Schutz. Mehr als 17 Prozent werden von klassischen Vulnerability-Management-Lösungen nicht erfasst und daher auch nicht auf bekannte Schwachstellen überprüft.
Auch veraltete Systeme stellen laut der Untersuchung ein strukturelles Risiko dar. 19 Prozent der analysierten IT-Assets haben das Ende ihres Lebenszyklus erreicht und erhalten keine Sicherheitsupdates mehr. Besonders häufig betrifft dies Legacy-Server, virtualisierte Umgebungen und gemeinsam genutzte Endgeräte.
Der Bericht zeigt zudem, dass Cyberkriminelle häufig keine bislang unbekannten Sicherheitslücken benötigen. In 65 Prozent der Non-BEC-Incident-Response-Fälle – also sicherheitskritischen IT-Vorfällen ohne Kompromittierung von Geschäfts-E-Mails – missbrauchten Angreifer internetzugängliche Fernzugriffsdienste.
Zudem stammen alle zehn der am häufigsten ausgenutzten Schwachstellen aus dem Jahr 2024 oder früher. Für jede dieser Schwachstellen standen laut Arctic Wolf bereits Sicherheitsupdates zur Verfügung.
Auffällig ist außerdem der Anstieg des Missbrauchs von Vertrauensbeziehungen und Fehlkonfigurationen. Ihr Anteil an den untersuchten Non-BEC-Incident-Response-Fällen stieg von unter einem Prozent auf acht Prozent.
„Viele Unternehmen konzentrieren sich auf kritische Schwachstellen und neue Bedrohungen. Die Daten zeigen jedoch, dass Angreifer häufig dort erfolgreich sind, wo grundlegende Transparenz fehlt.
Nicht erfasste Systeme, fehlende Sicherheitskontrollen und veraltete Technologien schaffen blinde Flecken, die Sicherheitsverantwortliche oft erst bemerken, wenn es bereits zu spät ist. Ein moderner Security-Operations-Ansatz hilft Unternehmen dabei, diese Risiken kontinuierlich sichtbar zu machen, im Kontext zu bewerten und ihre Angriffsfläche nachhaltig zu reduzieren. Gleichzeitig nutzen Angreifer KI zunehmend, um ihre Angriffe schneller und effizienter vorzubereiten und durchzuführen. Um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten, müssen Unternehmen KI ebenso konsequent für die Erkennung, Priorisierung und Abwehr von Bedrohungen einsetzen“, erklärt Sebastian Schmerl, Vice President Security Services EMEA bei Arctic Wolf.
Nach Einschätzung von Arctic Wolf verdeutlichen die Ergebnisse eine zentrale Herausforderung für Security-Teams: Risiken lassen sich nur dann priorisieren und beheben, wenn sie überhaupt sichtbar sind.
Während sich viele Sicherheitsprogramme auf kritische Schwachstellen konzentrieren, werden erfolgreiche Angriffe laut Report häufig durch nicht verwaltete Assets, unvollständige Sicherheitsabdeckung, Legacy-Systeme und fehlende Transparenz begünstigt.