Fivetran und dbt Labs haben ihre angekündigte Fusion abgeschlossen. Das gemeinsame Unternehmen will eine offene und vertrauenswürdige Dateninfrastruktur für KI-Agenten schaffen und bedient nach eigenen Angaben weltweit mehr als 100.000 Datenteams.
Foto: Fivetran
George Fraser, CEO und Mitgründer von Fivetran
Mit dem Abschluss der bereits im Oktober 2025 angekündigten Aktientransaktion bündeln Fivetran und dbt Labs ihre Kompetenzen im Bereich Datenintegration und Datentransformation. Das fusionierte Unternehmen tritt zunächst unter dem Namen Fivetran + dbt Labs auf. George Fraser bleibt CEO, Tristan Handy übernimmt die Position des Präsidenten. Gemeinsam adressieren die Unternehmen eine globale Community von mehr als 100.000 Datenteams aus den Bereichen Analytics, Data Engineering und Künstliche Intelligenz.
Im Mittelpunkt der gemeinsamen Strategie steht der Aufbau einer Infrastruktur für sogenannte agentische KI. Hintergrund ist die zunehmende Nutzung von Unternehmensdaten durch KI-Agenten, die kontinuierlich und mit hoher Geschwindigkeit arbeiten. Daraus ergeben sich laut Unternehmen steigende Anforderungen an Datenqualität, Aktualität, Governance und Verfügbarkeit über verschiedene Systeme hinweg.
Fivetran soll dabei die kontinuierliche und verlässliche Bereitstellung von Daten sicherstellen, während dbt Labs die Vertrauenswürdigkeit der Daten durch getestete Business-Logik, semantische Modelle und etablierte Entwicklungsstandards gewährleisten soll. Die gemeinsame Plattform basiert auf offenen Standards und soll unabhängig von Cloud-, Engine- oder Tool-Anbietern einsetzbar sein.
George Fraser, CEO und Mitgründer von Fivetran + dbt Labs, sagt:
„Die nächste Generation von Unternehmens-KI wird durch die Qualität und Vertrauenswürdigkeit der zugrunde liegenden Daten bestimmt. Gemeinsam erschaffen Fivetran und dbt Labs die Infrastruktur, mit deren Hilfe Unternehmen kontrollierte, hochwertige und semantisch reichhaltige Daten bereitstellen können. So können sie vertrauenswürdige KI-Agenten in großem Maßstab betreiben.“
Parallel zum Fusionsabschluss präsentierte das Unternehmen erste gemeinsame Produktentwicklungen. Dazu zählt dbt Core 2.0 in einer Alpha-Version, die die dbt Fusion Engine als Open-Source-Lösung unter Apache-2.0-Lizenz verfügbar macht. Ebenfalls vorgestellt wurden dbt State als neue Caching-Ebene für Datenpipelines sowie der dbt Wizard, der Entwickler beim Erstellen, Refaktorisieren und Debuggen von Modellen unterstützt.
Darüber hinaus wurde mit Agents Schema ein Open-Source-Standard für agentischen Kontext angekündigt. Dieser soll KI-Agenten über eine gemeinsame Kontextschicht auf relevante Informationen wie Metriken, semantische Modelle, Datenherkunft und Geschäftsdokumentation zugreifen lassen. Die Lösung ist laut Unternehmen mit unterschiedlichen Data-Warehouse-, Data-Lake- und Agenten-Umgebungen kompatibel.
Die neuen Funktionen sind ab sofort verfügbar und werden auf dem Snowflake Summit 2026 in San Francisco vorgestellt. Das fusionierten Unternehmens zählt zahlreiche bekannte Firmen zu seinen Kunden: OpenAI, Zendesk, Coupa, HubSpot sowie Unternehmen aus den Bereichen Finanzdienstleistungen, Einzelhandel, Fertigung und Gesundheitswesen.