Mit Moore4Power startet unter Leitung von Infineon eines der größten europäischen Forschungsprojekte für Leistungselektronik. 62 Partner aus 15 Ländern arbeiten an effizienteren Halbleiter- und Energiesystemen für Industrie, Mobilität und erneuerbare Energien.
Kick-off Event Projekt Moore4Power (von links nach rechts): Daniela Maier (Projektleiterin Infineon), Ganesh Chandramouli (Innovationsleiter ALSTOM), Jain Chacko (Forscher Fraunhofer ENAS), Joonas Leppanen (Senior Principal Engineer R&D ABB Finland), Vicky Chatzidogiannaki (Direcktor INNOVATION DISCO), Jochen Koszescha (Projektkoordinator Moore4Power Infineon), Iñigo Polo (Technologie Manager INGETEAM)
Europa investiert weiter in die Entwicklung energieeffizienter Halbleitertechnologien. Mit dem Forschungsprojekt Moore4Power sollen in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für intelligente Leistungselektronik entstehen. Das Projekt wird von Infineon koordiniert und verfügt über ein Gesamtvolumen von 91 Millionen Euro. Beteiligt sind Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten aus 15 europäischen Ländern.
Im Mittelpunkt steht ein sogenannter „More-than-Moore“-Ansatz. Dabei sollen unterschiedliche Halbleitertechnologien wie Silizium, Siliziumkarbid und Galliumnitrid gemeinsam mit Sensor- und Steuerungsfunktionen in integrierte Systeme eingebunden werden.
Ziel ist laut Projektbeschreibung eine höhere Energieeffizienz, verbesserte Zuverlässigkeit und kompaktere Bauformen. Einsatzbereiche reichen von erneuerbaren Energien über E-Mobilität bis hin zu industriellen Anwendungen.
„Leistungselektronik ist ein entscheidender Hebel für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Mit Moore4Power heben wir die intelligente Integration auf das nächste Level, um eine deutlich höhere Energie- und Ressourceneffizienz zu erreichen“, erklärt Jochen Koszescha, Koordinationsleiter des Projekts bei Infineon.
Das Projekt setzt zudem auf KI-gestützte Entwicklungsmodelle, digitale Zwillinge und automatisierte Prozesse. Dadurch sollen Entwicklungszyklen verkürzt und die industrielle Umsetzung beschleunigt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Geplant ist unter anderem ein digitaler Produktpass, der Informationen zu Nutzung, Zustand und Lebensdauer von Leistungselektronik bereitstellen soll.