Infineon plant die Übernahme des indischen Technologieunternehmens C2i Semiconductors. Damit will der Halbleiterhersteller seine Kompetenzen bei softwaredefinierten Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren erweitern. Der Abschluss der Transaktion wird im dritten Quartal 2026 erwartet.
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Adam White, Division President Power Systems bei Infineon
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Ram Anant, Mitgründer und CEO von C2i Semiconductors
Der steigende Leistungsbedarf von KI-Prozessoren stellt auch neue Anforderungen an die Stromversorgung von Rechenzentren. Infineon Technologies will seine Aktivitäten in diesem Bereich mit einer Akquisition ausbauen: Das Unternehmen plant die Übernahme von C2i Semiconductors mit Sitz im indischen Bangalore. C2i ist auf softwaredefinierte Mehrphasen-Controller und smarte Power Stages für Anwendungen in KI-Rechenzentren spezialisiert.
Mit der Übernahme will Infineon das eigene Portfolio an Leistungshalbleitern und Stromversorgungssystemen um die Expertise von C2i im intelligenten, digitalen Energiemanagement ergänzen. Dazu gehören neben Mehrphasen-Controllern auch systemumfassende Stromversorgungsarchitekturen und Technologien für die vertikale Stromversorgung.
Softwaredefinierte Stromversorgungslösungen kombinieren Leistungshalbleiter mit digitaler Regelung und Softwarealgorithmen. Ziel ist es, Leistungswandlung, Spannungsregelung und die Systemperformance in Echtzeit zu optimieren. Hintergrund sind unter anderem die Anforderungen leistungsfähiger KI-Prozessoren, deren Strombedarf sich dynamisch und schnell verändern kann. Stromversorgungssysteme müssen deshalb auf plötzliche Lastschwankungen reagieren und gleichzeitig Effizienz und Systemstabilität gewährleisten.
C2i verfolgt dabei einen Ansatz, der die Stromversorgung vom Netz bis zum Prozessorkern umfasst. Die Technologie soll adaptive Stromversorgungsarchitekturen ermöglichen und dazu beitragen, Leistungsverluste zu reduzieren sowie höhere Leistungsdichten künftiger KI-Prozessoren zu unterstützen.
„Die Übernahme stärkt Infineons führende Position bei Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren und schafft ein neues Kompetenzzentrum für digitale Energietechnologien in Indien“,
sagt Adam White, Präsident der Infineon-Division Power Systems. C2i bringe Expertise in softwaredefiniertem Energiemanagement und systemumfassenden Stromversorgungsarchitekturen sowie ein Entwicklungsteam mit jahrzehntelanger Branchenerfahrung ein. Infineon wolle damit auch seine Fähigkeiten bei Architekturen für die vertikale Stromversorgung der nächsten Generation ausbauen.
Durch die geplante Transaktion treffen die Kompetenzen von C2i bei digitaler Stromversorgung auf Infineons Portfolio an Leistungshalbleitern. Dieses umfasst Silizium sowie Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN). Hinzu kommen Lösungen für die vertikale Stromversorgung.
In diesem Zusammenhang nennt Infineon auch Substrate Integrated Voltage Regulators, kurz SIVR. Die Übernahme soll den Weg für künftige SIVR-Lösungen zur Stromversorgung von KI-Systemen weiter ebnen. Ziel sind Stromversorgungsarchitekturen, die vom Stromnetz bis zum Prozessorkern reichen.
Ram Anant, Mitgründer und CEO von C2i Semiconductors, verweist ebenfalls auf die Anforderungen der KI-Infrastruktur:
„Wir haben C2i Semiconductors mit dem Ziel gegründet, mehr Intelligenz in Stromversorgungssysteme zu bringen und die wachsenden Herausforderungen der KI-Infrastruktur im Bereich der Stromversorgung zu adressieren.“
Durch den Zusammenschluss erhalte C2i Zugang zu den Halbleitertechnologien, Fertigungskapazitäten und globalen Kundenbeziehungen von Infineon. „Gemeinsam können wir die Entwicklung softwaredefinierter Stromversorgungsarchitekturen beschleunigen und unseren Kunden Innovationen weltweit zugänglich machen“, so Anant.
Neben dem Technologieportfolio betrifft die geplante Übernahme auch die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten von Infineon. Die Expertise von C2i im softwaredefinierten Energiemanagement soll in das globale F&E-Netzwerk des Konzerns integriert werden. Gleichzeitig will Infineon seine Innovationsfähigkeiten in Indien weiter ausbauen und dort ein neues Kompetenzzentrum für digitale Energietechnologien schaffen.
Infineon beschäftigt derzeit rund 2.800 Mitarbeitende in Indien. Mit der Akquisition soll die Rolle des Landes als strategischer Innovationsstandort für das Unternehmen weiter gestärkt werden.