Die Digitalisierung gewinnt in Österreichs Verwaltung weiter an Bedeutung. Dennoch verfügt laut einer aktuellen EY-Studie mehr als die Hälfte der Organisationen bislang über keine Digitalstrategie. Gleichzeitig schreitet die Automatisierung von Prozessen voran, während Cybersecurity zunehmend an Bedeutung gewinnt.
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Wolfgang Pinkl, Director Business Transformation bei EY Österreich
Digitale Technologien sind längst Teil des Arbeitsalltags in der öffentlichen Verwaltung. Laut der EY-Studie „Zukunft Verwaltung“ sind 92 Prozent der Befragten in ihrer täglichen Arbeit mit IT-Systemen konfrontiert. Insgesamt 41 Prozent der Organisationen sehen sich selbst als zumindest „eher digital“, weitere fünf Prozent stufen sich sogar als „vollständig digital“ ein. Organisationen, die externe Beratungsunternehmen einbinden, bewerten ihren Digitalisierungsgrad mit 52 Prozent noch höher.
Für die Untersuchung wurden im Februar und März 2026 insgesamt 173 Organisationen aus Bund, Ländern und Gemeinden sowie Unternehmen des öffentlichen Sektors mit mehr als 20 Mitarbeitenden befragt.
Trotz zunehmender Digitalisierung fehlt in vielen Organisationen weiterhin eine klare strategische Grundlage. Lediglich 14 Prozent der Befragten verfügen über eine vollständig implementierte IT- beziehungsweise Digitalstrategie. Weitere 25 Prozent geben an, dass ihre bestehende Strategie nur begrenzt in die täglichen Arbeitsabläufe eingebunden ist. Insgesamt haben 56 Prozent der befragten Verwaltungsorganisationen bislang keine Digitalstrategie umgesetzt.
Bei der Automatisierung zeigen sich bereits deutliche Fortschritte. In 29 Prozent der Organisationen ist rund ein Drittel der Prozesse hochautomatisiert. Bei 13 Prozent laufen bereits mehr als 60 Prozent der Abläufe ohne manuelle Eingriffe ab.
Besonders stark ausgeprägt ist die Automatisierung in größeren Einrichtungen. Dort, wo mehr als 200 Mitarbeitende beschäftigt sind, geben 20 Prozent an, dass Prozesse bereits in hohem Ausmaß automatisiert wurden.
„Österreichs Verwaltung ist auf dem Weg der Digitalisierung, aber noch nicht am Ziel. Automatisierung wird bereits gezielt eingesetzt, insbesondere in größeren Organisationen – gleichzeitig fehlt jedoch oft das strategische Fundament. Ohne klare Digitalstrategie bleiben Potenziale ungenutzt“,
erklärt Wolfgang Pinkl, Director Business Transformation bei EY Österreich.
Während die Digitalisierung vielerorts voranschreitet, zeigt sich bei den Kompetenzen rund um IT, Daten und Künstliche Intelligenz noch Aufholbedarf. Nur ein Viertel der Befragten (25 Prozent) bewertet den Wissensaufbau in diesen Bereichen in der eigenen Organisation als hoch. Vertreter von Bund und Ländern sehen sich dabei besonders kritisch: Sechs Prozent stufen das vorhandene Wissen sogar als sehr gering ein.
Deutlich weiter entwickelt zeigt sich hingegen der Bereich Cybersecurity. Mehr als die Hälfte der Organisationen (52 Prozent) bewertet den Reifegrad der Cybersicherheit als hoch oder sehr hoch. Vor allem Städte und Gemeinden messen dem Thema große Bedeutung bei: 44 Prozent geben an, dass Cybersecurity in hohem Ausmaß organisiert und regelmäßig überprüft wird.
„Entscheidend ist, Digitalisierung ganzheitlich zu denken – von der breit verankerten IT-Kompetenz über den gezielten Einsatz von Daten und KI bis hin zu nachhaltigen Sicherheitskonzepten“,
so Pinkl.
Die Studienergebnisse zeigen damit ein gemischtes Bild: Während Digitalisierung und Automatisierung zunehmend Einzug in die öffentliche Verwaltung halten, fehlen vielerorts noch strategische Leitplanken und ausreichende Kompetenzen, um das Potenzial digitaler Technologien umfassend auszuschöpfen.