Die 100 teuersten börsennotierten Unternehmen der Welt haben ihren Börsenwert 2025 deutlich gesteigert. Vor allem US- und asiatische Technologiekonzerne profitieren vom anhaltenden KI-getriebenen Wachstum, während Europa weiter an Bedeutung verliert.
Foto: EY/Stefan Seelig
Gunther Reimoser, Country Managing Partner von EY Österreich
Trotz geopolitischer Spannungen und konjunktureller Unsicherheiten haben die weltweit wertvollsten Unternehmen ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Der Gesamtbörsenwert der Top 100 stieg im Jahresverlauf um 23 Prozent auf 54,4 Billionen US-Dollar. Damit wurde zum Jahresende 2025 ein neuer Rekord erreicht. Besonders stark fiel das Wachstum bei asiatischen Konzernen aus, während die Dominanz der USA im Ranking weiterhin klar erkennbar bleibt.
Asiatische Unternehmen verzeichneten 2025 mit plus 27 Prozent den stärksten Wertzuwachs, US-Konzerne legten um 23 Prozent zu, europäische um 20 Prozent. Dennoch stammen weiterhin 60 der 100 wertvollsten Unternehmen aus den USA, zwei weniger als zu Jahresbeginn. In den Top 10 finden sich acht US-Unternehmen, die ersten sieben Plätze werden ausschließlich von US-Konzernen belegt.
An der Spitze des Rankings steht zum Jahresende 2025 der Chipkonzern NVIDIA, dessen Marktkapitalisierung um 38 Prozent auf 4,5 Billionen US-Dollar gestiegen ist. Damit ist NVIDIA fast doppelt so viel wert wie alle DAX-40-Unternehmen zusammen, deren kumulierter Börsenwert bei 2,5 Billionen US-Dollar liegt. Es folgen Apple und Alphabet.
Die Zahl der europäischen Unternehmen unter den Top 100 sank von 18 auf 17, während Asien von 17 auf 19 zulegte. Besonders deutlich zeigt sich das Ungleichgewicht beim Blick auf die Marktkapitalisierung: 76 Prozent des Gesamtwerts der Top 100 entfallen auf nordamerikanische Unternehmen, 15 Prozent auf asiatische und nur acht Prozent auf europäische Konzerne.
Deutschland ist mit drei Unternehmen vertreten: SAP (Rang 45, 285 Mrd. US-Dollar), Siemens (Rang 73, 218 Mrd. US-Dollar) und Allianz (Rang 98, 174 Mrd. US-Dollar). Ein österreichisches Unternehmen findet sich nicht unter den Top 100. Die Analyse stammt von EY, Stichtag ist der 31.12.2025 (Börsenschluss).
„Die internationalen Börsen waren 2025 klar von der Dynamik der Künstlichen Intelligenz geprägt“,
erklärt Gunther Reimoser, Country Managing Partner von EY Österreich.
„Die Begeisterung für neue KI-Anwendungen und skalierbare Geschäftsmodelle hat weltweit deutliche Kursanstiege ausgelöst. Der wirtschaftliche Nutzen konzentriert sich jedoch vor allem auf Unternehmen in den USA und Asien.“
Unter den acht stärksten Wertzuwächsen innerhalb der Top 100 finden sich ausschließlich Technologiekonzerne aus diesen Regionen.
„Europa nimmt im globalen KI-Wettlauf derzeit lediglich eine Nebenposition ein – und läuft Gefahr, bei einer zentralen Zukunftstechnologie den Anschluss zu verlieren.“
Die Zahl der Technologieunternehmen im Top-100-Ranking stieg 2025 von 24 auf 27, ihr Gesamtwert legte um 34 Prozent zu. 20 dieser Unternehmen haben ihren Sitz in Nordamerika, fünf in Asien und lediglich zwei in Europa. Reimoser warnt vor strukturellen Nachteilen:
„Europa kommt bei der Entwicklung innovativer Technologien und neuer Geschäftsmodelle deutlich langsamer voran.“
Gründe seien unter anderem eine schwach ausgeprägte Risikokapitalkultur und das Fehlen eines integrierten europäischen Kapitalmarkts. Zugleich betont er:
„Der Markt ist derzeit von hoher Dynamik geprägt: Neue Akteure treten auf, es kommt zu Rückschlägen und starken Kursschwankungen – das Rennen ist noch offen.“
Die EY_Studie_Marktkapitalisierung 2025 steht hier zum download zur Verfügung.