Eine internationale Befragung von Cybersecurity-Experten zeigt: In Deutschland wird Künstliche Intelligenz schneller eingeführt als im globalen Schnitt. Gleichzeitig steigt der Bedarf an neuen Kompetenzen – und an kontinuierlicher Weiterbildung.
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Die „ISC2 Cybersecurity Workforce Study 2025“ der weltweit tätigen Non-Profit-Organisation ISC2 beleuchtet, wie sich Künstliche Intelligenz (KI) auf Aufgabenprofile und Qualifikationsanforderungen in der Cybersicherheit auswirkt. Grundlage sind Antworten von 16.029 Fachkräften weltweit, darunter 515 Cybersecurity-Experten aus Deutschland. Im Fokus stehen Tempo und Art der KI-Einführung sowie die Frage, welche Fähigkeiten künftig gefragt sind.
Laut Studie integrieren 35 Prozent der Befragten in Deutschland bereits KI-Tools in ihre Arbeit – weltweit sind es 28 Prozent. Insgesamt befinden sich hierzulande 77 Prozent in einer Phase der KI-Einführung, die von ersten Tests bis zur Integration reicht, gegenüber 68 Prozent im globalen Vergleich. 25 Prozent der deutschen Teilnehmer testen ausgewählte Werkzeuge aktiv vor einer vollständigen Einführung (weltweit: 19 Prozent).
Die Erwartungen an die Auswirkungen von KI ähneln dabei zunehmend den internationalen Einschätzungen: 75 Prozent der deutschen Cybersecurity-Experten gehen davon aus, dass KI zu stärker spezialisierten Rollen führen wird (weltweit: 73 Prozent). Einen wachsenden Bedarf an strategischen Funktionen prognostizieren 71 Prozent in Deutschland (weltweit: 72 Prozent). Zugleich erwarten 69 Prozent, dass KI breitere, allgemeinere Fähigkeiten über alle Bereiche der Cybersicherheit hinweg erforderlich macht (weltweit: 66 Prozent).
KI zählt weiterhin zu den gefragtesten Fähigkeiten. 43 Prozent der deutschen Befragten, deren Unternehmen zusätzlichen Qualifikationsbedarf melden, nennen KI als zentrales Entwicklungsfeld (weltweit: 41 Prozent). Fast die Hälfte – jeweils 48 Prozent in Deutschland und weltweit – arbeitet aktuell daran, KI-bezogene Kompetenzen aufzubauen oder zu vertiefen, um in einer zunehmend KI-geprägten Arbeitswelt relevant zu bleiben. Zudem beschäftigen sich 35 Prozent sowohl in Deutschland als auch global mit möglichen Schwachstellen und Exploits in KI-Lösungen.
In Summe deuten die Ergebnisse darauf hin, dass KI den Fachkräftebedarf weniger durch neue Rollen als durch veränderte Anforderungen innerhalb bestehender Positionen prägt. Der zentrale Befund: Für Cybersecurity-Teams wächst der Druck zur kontinuierlichen Weiterqualifizierung – als Voraussetzung, um mit der steigenden Komplexität der Bedrohungslage Schritt zu halten und gleichzeitig die eigenen Karriereperspektiven zu verbessern.