Unternehmen verlagern produktive KI-Workloads zunehmend aus der Public Cloud in Private-Cloud-Umgebungen. Das zeigt der neue „Private Cloud Outlook 2026“ von Broadcom. Ausschlaggebend sind laut der Studie vor allem Kosten, Sicherheitsanforderungen, Governance-Vorgaben und wachsende Anforderungen an Datensouveränität.
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Prashanth Shenoy, Vice President of Marketing, VMware Cloud Foundation Division bei Broadcom
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz erreicht in Unternehmen eine neue Phase. Während Public-Cloud-Umgebungen weiterhin für Pilotprojekte und das Training von KI-Modellen eingesetzt werden, verändert sich die Infrastrukturstrategie für produktive KI-Anwendungen zunehmend. Laut dem „Private Cloud Outlook 2026“ von Broadcom setzen Unternehmen verstärkt auf Private-Cloud-Umgebungen, um produktive KI-Systeme wirtschaftlich und kontrolliert betreiben zu können.
Die Untersuchung basiert auf einer weltweiten Befragung von 1.800 leitenden IT-Entscheiderinnen und IT-Entscheidern in Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Wandel bei der Bewertung von Cloud-Modellen für KI-Anwendungen.
Der Report sieht die KI-Inferenz als wesentlichen Treiber für den Ausbau von Private-Cloud-Infrastrukturen. Demnach betreiben bereits 56 Prozent der Unternehmen produktive KI-Inferenz in der Private Cloud oder planen dies. Gleichzeitig sank die Nutzung der Public Cloud für dieselben Workloads innerhalb eines Jahres von 56 auf 41 Prozent.
In Deutschland fällt die Entwicklung noch deutlicher aus. Hier ging der Anteil der Public Cloud für produktive KI-Workloads um 24 Prozentpunkte auf 32 Prozent zurück.
Als wichtigste neue Herausforderungen nennen die befragten deutschen Unternehmen Sicherheit und Kontrolle (43 Prozent) sowie Datenschutz und Privatsphäre (39 Prozent). Mehr als die Hälfte der deutschen IT-Führungskräfte zeigt sich zudem sehr oder sogar extrem besorgt über die Infrastrukturkosten generativer und agentischer KI.
„Wenn Unternehmen von Pilotprojekten dazu übergehen, KI im Produktionsmaßstab einzusetzen, steigen Infrastruktur- und Betriebskosten sprunghaft an, Sicherheitslücken treten zutage und die Komplexität nimmt weiter zu. Die Studie zeigt klar: Unternehmen bevorzugen für produktive KI zunehmend die Private Cloud“,
sagt Prashanth Shenoy, Vice President of Marketing, VMware Cloud Foundation Division bei Broadcom.
Neben wirtschaftlichen Überlegungen gewinnt die geopolitische Dimension von Infrastrukturentscheidungen an Bedeutung. Vier von fünf befragten IT-Führungskräften geben an, dass geopolitische Entwicklungen inzwischen ihre IT-Strategie und ihren laufenden IT-Betrieb beeinflussen.
In Deutschland haben Anforderungen an Datensouveränität und Datenresidenz erstmals die länderspezifische Compliance als wichtigsten geopolitischen Einflussfaktor überholt. 59 Prozent der Befragten nennen Datensouveränität als entscheidendes Kriterium für Infrastrukturentscheidungen, während 52 Prozent regulatorische Vorgaben anführen.
Besonders stark zeigt sich dieser Trend in Branchen mit hohen Anforderungen an Sicherheit und Compliance. Dazu zählen Finanzdienstleister, Behörden, Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie Unternehmen aus dem Bereich Life Sciences. Für diese Organisationen gewinnt die Kontrolle über sensible Daten zunehmend an Bedeutung.
Parallel dazu verschärft sich die Diskussion über die Wirtschaftlichkeit der Public Cloud. Laut Studie haben Kosten Sicherheitsaspekte inzwischen als größte Herausforderung abgelöst. Der Anteil der Befragten, die Kosten als wichtigstes Problem nennen, stieg von 26 Prozent im Vorjahr auf 31 Prozent.
Besonders deutlich wird dies bei der Einschätzung der Ressourcennutzung. 99 Prozent der deutschen IT-Führungskräfte gehen davon aus, dass ein Teil ihrer Public-Cloud-Ausgaben verschwendet wird. Fast die Hälfte der Befragten schätzt, dass mehr als ein Viertel des gesamten Public-Cloud-Budgets ungenutzt bleibt.
Diese Entwicklung schlägt sich unmittelbar in den Infrastrukturstrategien nieder. 81 Prozent der Unternehmen ziehen inzwischen eine Rückverlagerung von Workloads aus der Public Cloud in die Private Cloud in Betracht. 44 Prozent haben entsprechende Projekte bereits umgesetzt.
Gleichzeitig steigen die Investitionen in Private-Cloud-Umgebungen deutlich an. Laut Broadcom wachsen die geplanten Ausgaben für Private Clouds doppelt so schnell wie jene für Public-Cloud-Angebote. In Deutschland nennen bereits 61 Prozent der IT-Verantwortlichen den Aufbau neuer Workloads in der Private Cloud als strategische Priorität. Der Report zeichnet damit das Bild eines Marktes, in dem produktive KI-Anwendungen zunehmend dort betrieben werden, wo Unternehmen Kosten, Sicherheit und Datenhoheit stärker selbst steuern können.