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LLamasoft

Mangelnde Agilität rächt sich besonders in Krisenzeiten

Internationale Befragung zeigt deutliche Leistungsunterschiede von Einzelhändlern, die auf KI setzen.

Foto: Blake Wisz/Unsplash 73 Prozent der Einzelhändler sagen, dass KI ihrem Bedarfsprognoseprozessen einen Mehrwert bietet

LLamasoft, Anbieter von KI-gestützter Supply-Chain-Analyse-Software, hat eine internationale Supply-Chain-Umfrage für den Einzelhandel durchgeführt. Laut dieser Studie sind 73 Prozent der Einzelhändler der Meinung, dass Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen ihren Bedarfsprognoseprozessen einen erheblichen Mehrwert bieten. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass moderne Technologien wichtige Prozesse entlang der Supply Chain verbessern können.

„Retail Winner“ nutzen digitale Werkzeuge

Besonders bei schwerwiegenden Unterbrechungen der Lieferkette, wie wir sie mit der Corona-Pandemie beobachten können, trennt sich die Spreu vom Weizen: Unter den Einzelhändlern mit überdurchschnittlichen Leistungen, gemessen am Umsatz (sog. „Retail Winners“), setzen 56 Prozent auf digitale Werkzeuge zur Modellierung von Notfallplänen. 73 Prozent der Over-Performer im Einzelhandel verfügen über den nötigen Einblick und die Kapazitäten, sich auf plötzliche Veränderungen in Nachfrage und Angebot vorzubereiten. Dies ist nur bei 35 Prozent der leistungsschwächeren Einzelhändler der Fall. Insgesamt kämpfen 56 Prozent der Befragten damit, schnell auf Veränderungen zu reagieren. Mangelnde Agilität und Flexibilität hat bei vielen dieser Unternehmen im Störungsfall einen messbaren Umsatzrückgang zur Folge.

„Ohne die Fähigkeit, sich mit einer entsprechenden Notfallplanung auf Höhen und Tiefen einzustellen, sind Vorhersagen jedoch wenig hilfreich. Vielmehr müssen Prognosen und die Fähigkeit auf diese zu reagieren, miteinander verknüpft werden“, erklärt Michael Wallraven, Geschäftsführer der LLamasoft GmbH. „COVID-19 hat gezeigt, wie rasch sich die Situation komplett ändern kann. Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen jetzt handeln, damit sie stetig schnellere und flexiblere Entscheidungen treffen können. Marktschwankungen und -unterbrechungen wird es immer geben. Folglich müssen Einzelhändler in der Lage sein, diese Veränderungen vorherzusehen und sich schnell anzupassen. Letztendlich ist dies nichts Neues. COVID-19 hat nur bestimmte Entwicklungen beschleunigt, wie z.B. den Übergang zum E-Commerce. Die Situation im Einzelhandel hatte sich jedoch bereits vorher verändert. Sich flexibel anpassen zu können war, ist und wird ein dringendes Anliegen sein.“

Nachfrageprognosen unterstützen Erfolg

Bei der Frage wie sich die Einzelhändler hinsichtlich ihrer Maßnahmen weiterhin unterscheiden, kam die Studie zu folgenden Ergebnissen:

  • 53 Prozent der Over-Performer haben in Data Scientists investiert, die sich mit Datenanalyse- und Modellierungswerkzeugen auskennen. Nur 22 Prozent der unterdurchschnittlichen Einzelhändler verfolgten diesen Ansatz.
  • 80 Prozent der erfolgreichen Einzelhändler legen großen Wert auf die Modellierung von Nachfrageprognosen unter Verwendung von Makroindikatoren. Bei den unterdurchschnittlich abschneidenden Einzelhändlern sind es nur 65 Prozent.
  • Knapp über die Hälfte der "Winner" zählen geopolitische Themen wie Zölle, Handelskriege und die sich schnell verändernde Verbrauchernachfrage zu ihren Top-3-Herausforderungen. Nur 23 Prozent der Einzelhändler mit unterdurchschnittlichen Ergebnissen teilen diese Gewichtung.
  • 46 Prozent der Einzelhändler, die entweder unterdurchschnittliche oder durchschnittliche Leistungen erbringen, halten an alten Gewohnheiten fest und konzentrieren sich auf Kostenfaktoren (zulasten der Flexibilität). Diese Gewichtung ist nur bei 38 Prozent der "Winner" zu beobachten.

Luft nach oben

Während einige Einzelhändler in Bezug auf ihre technischen Fähigkeiten eine Vorreiterrolle einnehmen, zeigt die Studie, dass in der Einzelhandelsbranche insgesamt noch viel Raum für Verbesserungen herrscht. So gaben beispielsweise mehr als 50 Prozent aller befragten Unternehmen an, dass ihre derzeitigen Systeme ein gewisses oder sogar großes Problem in Bezug auf die in der Studie vorgegebenen Lieferkettenfähigkeiten verursachen. Dennoch haben 13 Prozent der Einzelhändler noch nicht einmal geplant, in neue Technologie zu investieren.

„In der aktuellen Situation wird die Fähigkeit agil zu sein und potenzielle Folgen zu modellieren immer wichtiger. Einzelhändler benötigen KI-fähige Prognosemodelle für Faktoren wie Arbeits- und Transportkosten entlang der gesamten Lieferkette oder das Finden optimaler Standorte für die Lieferung an den Kunden. Nur so lassen sich Kosten senken und gleichzeitig die sich schnell ändernden Kundenbedürfnisse befriedigen. KI ist keine Zukunftsmusik – sie ist schon da", sagt Brian Kilcourse, geschäftsführender Gesellschafter von RSR.

„Auf Unsicherheiten vorbereitet zu sein, wie zum Beispiel anhaltende Unterbrechungen durch COVID-19, Brexit, Handelskriege, neue Marktteilnehmer oder veränderte Kundenpräferenzen, muss zu den Kernkompetenzen eines Unternehmens gehören. Unsere Untersuchung zeigt, dass es deutliche Leistungsunterschiede zwischen denen gibt, die prädiktive Technologien und Entscheidungsplattformen nutzen, um schneller und intelligenter auf Störungen aber auch neue Chancen zu reagieren, und denen, die dies bislang versäumt haben", resümiert Wallraven.

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