Microsoft hat die weltweite allgemeine Verfügbarkeit von Copilot Cowork bekannt gegeben. Die agentenbasierte KI-Lösung unterstützt komplexe, mehrstufige Aufgaben über verschiedene Anwendungen und Systeme hinweg und wird bereits von mehr als der Hälfte der Fortune-500-Unternehmen genutzt.
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Nach einer dreimonatigen Preview-Phase im Frontier-Programm startet Microsoft den weltweiten Rollout von Copilot Cowork. Die Lösung wurde für komplexe und langlaufende Aufgaben entwickelt, die sich über mehrere Werkzeuge, Anwendungen und Datenquellen erstrecken. Zu den Nutzern zählen laut Microsoft bereits mehr als die Hälfte der Fortune-500-Unternehmen sowie Organisationen wie Accenture, Avanade, Advance Local, Commonwealth Bank of Australia, Capital Group, Koch, Ooredoo Qatar und Zurich Insurance.
Copilot Cowork unterscheidet sich von klassischen KI-Assistenten dadurch, dass Anwender lediglich eine Aufgabe definieren, während das System diese Ende-zu-Ende ausführt und ein fertiges Ergebnis liefert. Microsoft bezeichnet die Lösung als die bislang am schnellsten wachsende Funktion innerhalb des eigenen Frontier-Programms.
Nach Angaben von Microsoft wird Copilot Cowork bereits für unterschiedliche Anwendungsfälle eingesetzt. So nutzt ein Engineering-Team die Lösung zur Bearbeitung von Batch-Job-Tabellen und zur automatischen Erstellung von Abhängigkeitsdiagrammen. Ein anderes Team verglich nahezu 4.000 Dateien zwischen zwei Produktversionen. In einem weiteren Beispiel analysierte eine Vertriebsleitung eine stockende Vertriebspipeline und erhielt eine priorisierte Übersicht gefährdeter Verkaufschancen inklusive offener Follow-up-Aktivitäten.
Technologisch setzt Copilot Cowork auf einen Multi-Modell-Ansatz. Zum Zeitpunkt der allgemeinen Verfügbarkeit kommen Modelle von Anthropic zum Einsatz, darunter Opus 4.8 und Sonnet 4.6. Kunden des Frontier-Programms können zusätzlich GPT 5.5 nutzen. Mit „Cowork 1“ hat Microsoft zudem ein eigenes Modell angekündigt, das in den kommenden Wochen veröffentlicht werden soll. Dieses wurde speziell für Enterprise-Anwendungen optimiert und soll alltägliche Aufgaben zu geringeren Kosten bearbeiten.
Zu den zentralen Merkmalen zählen Cloud-basiertes Hosting, die Nutzung der Work-IQ-Kontext-Engine, Sicherheits- und Compliance-Funktionen innerhalb der Microsoft-365-Vertrauensgrenze sowie eine intelligente Modellauswahl zur Optimierung von Leistung und Kosten. Nach Angaben des Unternehmens lag Copilot Cowork in einem Vergleich der Kosten pro Prompt durchschnittlich 30 bis 40 Prozent unter Claude Cowork mit Microsoft-365-Connector.
Voraussetzung für den Einsatz ist eine Microsoft 365 Copilot User Subscription License (USL). Die eigentliche Nutzung von Copilot Cowork wird anschließend über Copilot Credits nutzungsbasiert abgerechnet. Die Kosten einer Aufgabe ergeben sich aus Modellnutzung, Kontextabruf, Werkzeugaufrufen und Laufzeit. Als Zahlungsmodelle stehen Pay-as-you-go sowie ein vorausgebuchtes Nutzungsmodell namens P3 zur Verfügung. Beim Pay-as-you-go-Modell kostet ein Copilot Credit 0,01 US-Dollar.
Parallel zur allgemeinen Verfügbarkeit erweitert Microsoft den Funktionsumfang. In der Microsoft-365-Copilot-App führt ein neuer Schalter direkt zur vollständigen Cowork-Erfahrung. Zudem stehen neun neue Partner-Plugins bereit, darunter Integrationen von Miro, Monday.com, Moody’s, Morningstar und S&P Global Energy. Weitere Integrationen sowie Anwendungen aus der Dynamics-365-Familie sollen folgen. Darüber hinaus unterstützt Copilot Cowork im Frontier-Programm die Browser-Nutzung über Microsoft Edge innerhalb bestehender Governance- und Sicherheitsrichtlinien.
Microsoft ergänzt die Einführung zudem um neue Funktionen für Kostenmanagement, Transparenz und Budgetkontrolle. Administratoren können unter anderem Nutzungsgrenzen festlegen, Budgets definieren, Verbrauch überwachen und benutzerspezifische Kreditanfragen steuern. Die Abrechnung für Copilot Cowork startet mit der allgemeinen Verfügbarkeit. Für Unternehmen, die bereits am Frontier-Programm teilgenommen haben, gilt eine Übergangsfrist bis zum 1. Juli 2026.