Auf dem DIGITAL SME Summit in Brüssel wurden die neuen Siegel „Software Made in Europe“ und „Software Hosted in Europe“ vorgestellt. Sie sollen Softwarehersteller auszeichnen, die strikte europäische Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Qualität erfüllen.
Quelle: BITMi
Die Einführung neuer europäischer Software-Gütesiegel markiert einen nächsten Schritt im Bemühen, digitale Wertschöpfung und Datensouveränität in Europa zu stärken. Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) und die European DIGITAL SME Alliance erweitern damit ihre bisherigen deutschen Zertifizierungen um ein europaweit gültiges Pendant. Die Vorstellung erfolgte am 8. Dezember 2025 in Aachen und Brüssel – nur einen Tag nach dem DIGITAL SME Summit in der belgischen Hauptstadt.
Dr. Oliver Grün, Präsident beider Organisationen, hob bei der Präsentation die strategische Bedeutung technologischer Eigenständigkeit hervor. Diese sei „nicht mehr optional – sie ist entscheidend für die Sicherung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents“. Die neuen Siegel seien ein Instrument, um europäische Innovationskraft sichtbar zu machen und gleichzeitig verlässliche Standards zu setzen.
Mit „Software Made in Europe“ und „Software Hosted in Europe“ reagiert der BITMi auf eine wachsende Nachfrage nach Lösungen, die unter europäischem Recht entwickelt und betrieben werden. Ausgezeichnet werden Anbieter, die besonders hohe Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Qualität erfüllen. Damit knüpfen die beiden neuen Gütesiegel an die etablierten deutschen Varianten „Software Made in Germany“ und „Software Hosted in Germany“ an, erweitern diese jedoch auf den europäischen Wirtschaftsraum.

Der Vorstand des BITMi besteht aus Dr. Oliver Grün, Nele Kammlott und Christian Gericke (von links nach rechts) (Foto: BITMi)
Ziel ist es, Softwarehersteller sichtbar zu machen, die ihre Produkte und Services an europäischen Werten ausrichten. Das umfasst sowohl die Entwicklung als auch das Hosting innerhalb Europas. Der BITMi betont, dass dies nicht nur Vertrauen schaffen, sondern auch die wirtschaftliche Unabhängigkeit Europas fördern soll. Grün betonte beim Summit, heimische Innovatoren würden diese Souveränität bereits ermöglichen – die Gütesiegel machten diese Leistung nun erkennbar.
Für Unternehmen, Behörden und institutionelle Einkäufer sollen die neuen Zertifizierungen künftig eine Orientierungshilfe bieten – insbesondere bei der Auswahl von Lösungen, die den Anforderungen an Compliance, Datensicherheit und langfristige Verfügbarkeit entsprechen. Angesichts wachsender regulatorischer Anforderungen und geopolitischer Unsicherheiten versprechen europäische Zertifizierungen zusätzliche Transparenz im Beschaffungsprozess.
Die Antragstellung für die neuen Siegel erfolgt über die bestehenden Online-Verfahren des BITMi. Weitere Informationen stellt die Website tech-madein.eu bereit.