Trotz des steigenden Drucks zur Digitalisierung fehlt es in der Industrie oft an durchgängigen digitalen Strukturen. Eine aktuelle Analyse anlässlich des 20-jährigen Bestehens des IT-Lösungsanbieters XPLM zeigt: Der „Digital Thread“ ist in der Praxis bislang die Ausnahme.
Foto: XPLM
Michael Pieper, Geschäftsführer XPLM
Die Digitalisierung industrieller Prozesse schreitet nur langsam voran. Zwar gelten moderne PLM-Systeme (Product Lifecycle Management) als strategisches Rückgrat für eine integrierte Datenlandschaft, doch laut Marktanalysen verfügen erst rund zehn Prozent der Unternehmen über einen durchgängigen digitalen Informationsfluss. Diese sogenannte Digital Thread-Infrastruktur bildet die Grundlage für eine nahtlose Kommunikation zwischen Produktentwicklung, Fertigung und weiteren Unternehmensbereichen. XPLM, ein auf Integrationslösungen spezialisiertes Softwareunternehmen, sieht in dieser Lücke ein erhebliches Effizienz- und Innovationspotenzial – und blickt zugleich auf zwei Jahrzehnte technologischer Entwicklung zurück.
Ursprünglich als Werkzeug zur Verwaltung von Entwicklungsdaten konzipiert, hat sich PLM zu einer zentralen Plattform für die Zusammenarbeit zwischen Disziplinen entwickelt. Die Verzahnung von Produktdesign, Produktionsplanung, Logistik und After-Sales-Prozessen ist essenziell für moderne Industrieunternehmen. XPLM-Geschäftsführer Michael Pieper sieht insbesondere in der Kombination mit Technologien wie dem Internet of Things (IoT) und Künstlicher Intelligenz (KI) großes Potenzial: „Datenpotenziale bleiben in der Industrie oft ungenutzt, weil vielen Unternehmen die digitalen Tools fehlen, um Produkte und Dienstleistungen durch datengetriebene Analysen zu optimieren.“
Allerdings sind vielerorts noch manuelle Prozesse und isolierte Datenstrukturen Realität. Statische Abläufe, etwa über Excel-Tabellen oder E-Mails, verhindern eine umfassende Integration. Dabei ließen sich durchgängig digitale Prozesse nicht nur zur Effizienzsteigerung nutzen, sondern auch zur Stärkung der Resilienz und zur Verkürzung von Markteinführungszeiten. Pieper betont: „Erst 10 Prozent der Unternehmen haben einen Digital Thread zumindest in Ansätzen realisiert.“
Für eine funktionierende Datenbasis über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg sind strukturierte und integrierte Systeme notwendig. Laut XPLM ist die Qualität der Daten ebenso entscheidend wie deren Verfügbarkeit. Nur durch geeignete Integrationslösungen können Informationen transparent und nachvollziehbar im Unternehmen genutzt werden. Pieper erläutert: „Basis sind immer die passenden Integrationslösungen, um alle wichtigen Informationen zu erhalten, und ein PLM-System, um die Daten zusammenzuführen.“
XPLM verfolgt hier einen integrativen Ansatz: Die Engineering-Daten werden so in PLM-Systeme eingebunden, dass sie auch unternehmensweit und über Unternehmensgrenzen hinweg nutzbar sind. Der Fokus liegt dabei auf Interoperabilität und Durchgängigkeit – zentrale Anforderungen, wenn es um zukunftsfähige digitale Strukturen geht.
Gegründet im Jahr 2005 als Spin-off des Unternehmens Agile, hat XPLM die Entwicklung von PLM-Systemen in den letzten zwei Jahrzehnten maßgeblich mitgestaltet. Heute zählt das Unternehmen mit 127 Mitarbeitenden und mehr als 600 Kunden weltweit zu den führenden Anbietern von Integrationslösungen im Bereich PLM.
Besondere Kompetenz zeigt XPLM in der Anbindung von E-CAD-Schnittstellen – ein Feld, in dem das Unternehmen nach eigenen Angaben weltweit führend ist. Die Übernahmen von CAE Consulting und CCS Dresden sowie die internationale Expansion, etwa durch die Gründung der US-Tochter XPLM Inc. und Aktivitäten in Japan, markieren Meilensteine der Unternehmensentwicklung. Pieper fasst zusammen: „Unsere Integrationslösungen brechen Datensilos auf. Damit ermöglichen wir effiziente, transparente End-to-End Geschäftsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“
Auch in Zukunft will XPLM Unternehmen dabei unterstützen, ihre Digitalisierung voranzutreiben – mit einem besonderen Fokus auf Integration und Datenqualität.