Alle 14 Tage aktuelle News aus der IT-Szene   >   
Christof Legat übernimmt DACH-Verantwortung bei Zoom 10. 06. 2026
Zoom Communications hat Christof Legat zum Head of DACH ernannt. Mit der neuen Führungsposition will das Unternehmen sein Wachstum in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiter vorantreiben und den Fokus auf KI-gestützte Kollaborations- und Customer-Experience-Lösungen verstärken.
KI-Agenten im Blindflug? Warum maschinelle Identitäten zum Sicherheitsfaktor werden 09. 06. 2026
Autonome KI-Agenten übernehmen zunehmend Aufgaben in Unternehmensanwendungen, Cloud-Plattformen und Geschäftsprozessen. Doch während menschliche Nutzer meist klaren Sicherheits- und Governance-Regeln unterliegen, bleiben maschinelle Identitäten oft unbeachtet. Welche Risiken daraus entstehen und warum Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien neu ausrichten sollten, erläutert Josef Nemecek von Saviynt.
TrendAI beteiligt sich an Anthropics Project Glasswing 09. 06. 2026
TrendAI, der Enterprise-Cybersecurity-Geschäftsbereich von Trend Micro, ist dem von Anthropic initiierten Project Glasswing beigetreten. Ziel der Zusammenarbeit ist es, mithilfe fortschrittlicher KI-Modelle Software-Schwachstellen schneller zu identifizieren und deren Behebung zu beschleunigen.
Sicherheitstests im Tempo moderner Entwicklung 09. 06. 2026
Sicherheitsprüfungen gelten oft als zeitaufwendig und ressourcenintensiv. Mit dem neuen AWS Security Agent verfolgt Amazon einen anderen Ansatz: KI-gestützte, kontextbezogene Sicherheitstests sollen Schwachstellen bereits während des gesamten Entwicklungsprozesses erkennen – von der Architekturplanung über Code-Reviews bis hin zu automatisierten Penetrationstests. Ziel ist es, Sicherheitsrisiken schneller zu identifizieren und Entwicklungs- sowie Security-Teams zu entlasten.
Vertiv integriert digitalen Zwilling für KI-Infrastrukturen in NVIDIA Omniverse DSX 08. 06. 2026
Vertiv hat eine produktionsreife Digital-Twin-Funktion für seine Infrastrukturplattform SmartRun vorgestellt. Die Lösung wird in NVIDIA Omniverse DSX integriert und beschleunigt die Planung, Simulation und Umsetzung von KI-Fabriken.
Warum der Einstieg wichtiger ist als die Technik 08. 06. 2026
Künstliche Intelligenz ist längst auch in kleinen Unternehmen angekommen. Doch viele Selbstständige und KMU fragen sich, wie sie den Einstieg schaffen sollen. Die gute Nachricht: Für den erfolgreichen Einsatz von KI braucht es weder eine eigene IT-Abteilung noch große Investitionen. Entscheidend ist vielmehr, an den richtigen Stellen im Arbeitsalltag anzusetzen.
T-Systems Austria wächst zweistellig und investiert in KI und Cloud 03. 06. 2026
T-Systems Austria hat das Geschäftsjahr 2025 mit deutlichen Zuwächsen abgeschlossen. Der IT-Dienstleister steigerte seinen Umsatz um zehn Prozent und den Auftragseingang um 15 Prozent. Wachstumstreiber sind langfristige Kundenbeziehungen sowie Investitionen in Cloud, Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität und das Gesundheitswesen.
Vertrauenswürdige Daten: Mehr Klarheit bei Cyberrisiken 03. 06. 2026
Viele Unternehmen verlassen sich bei der Bewertung ihrer Cyberrisiken vor allem auf interne Sicherheitsdaten. Doch diese Sicht greift oft zu kurz. Asdrúbal Pichardo, CEO von Squalify, erläutert, warum externe Referenzdaten für eine realistische Einschätzung der Bedrohungslage unverzichtbar sind und weshalb „Trustworthy Data“ zur Grundlage belastbarer Risikoentscheidungen wird.
Bull und Foxconn bauen europäische KI-Fertigung aus 02. 06. 2026
Bull und Foxconn haben eine strategische Partnerschaft für die Herstellung von KI- und Cloud-Infrastrukturen angekündigt. Ziel ist der Ausbau europäischer Fertigungskapazitäten für KI-Systeme und die Stärkung einer regionalen Lieferkette für KI-Fabriken und Neo-Cloud-Anbieter.
Fivetran und dbt Labs schließen Fusion ab 02. 06. 2026
Fivetran und dbt Labs haben ihre angekündigte Fusion abgeschlossen. Das gemeinsame Unternehmen will eine offene und vertrauenswürdige Dateninfrastruktur für KI-Agenten schaffen und bedient nach eigenen Angaben weltweit mehr als 100.000 Datenteams.
Gudrun Scharler wird CEO von Riedel Networks 02. 06. 2026
Riedel Networks erhält eine neue Führungsspitze: Gudrun Scharler übernimmt die Position der CEO. Sie folgt auf Michael Martens, der das Unternehmen seit 2012 geleitet hat und die Übergabe bis Ende August begleiten wird.
Nur vier Prozent der Unternehmen haben KI vollständig integriert 01. 06. 2026
Eine aktuelle Studie von Tieto zeigt große Unterschiede beim KI-Einsatz in Österreich: Während viele Unternehmen noch in Pilotprojekten feststecken, haben erst vier Prozent KI vollständig in ihre Kernprozesse integriert. Gleichzeitig sieht jede vierte Führungskraft bislang keinen Wettbewerbsvorteil durch die Technologie.
IT-Gehaltsspiegel 2026: KI-Kompetenz wird für Systemhäuser zum Schlüsselfaktor 01. 06. 2026
Der aktuelle IT-Gehaltsspiegel der SYNAXON Akademie zeigt steigende Gehälter in deutschen Systemhäusern. Gleichzeitig wollen mehr als 70 Prozent der befragten Unternehmen Kompetenzen in den Bereichen Automatisierung und Künstliche Intelligenz ausbauen.
Paessler übernimmt UVnetworks und erweitert PRTG um Netzwerktopologie und Incident-Response-Funktionen 29. 05. 2026
Paessler hat UVnetworks übernommen, den Anbieter der Lösungen UVexplorer und UVexplorer Server. Mit der Akquisition ergänzt das Unternehmen seine Monitoring-Plattform PRTG um Funktionen für Netzwerktopologie, Bestandsaufnahme und Konfigurationssicherung und baut seine weltweite Präsenz auf mehr als 30.000 Kunden und über 500.000 Nutzer aus.
Zscaler plant Übernahme von Symmetry Systems für KI-Sicherheitsfunktionen 28. 05. 2026
Zscaler möchte den KI-Sicherheitsspezialisten Symmetry Systems übernehmen. Ziel der Akquisition ist der Ausbau von Zero-Trust-Funktionen für die sichere Kommunikation und Steuerung von KI-Agenten in Unternehmen.
Vertiv baut Flüssigkeitskühlungsportfolio für KI-Rechenzentren aus 27. 05. 2026
Vertiv gibt die Erweiterung seiner durchgängigen thermischen Kette durch die Verfügbarkeit der Vertiv CoolChip CDU 2300 und der Vertiv CoolChip Fluid Network Row Manifolds in EMEA bekannt. Diese Flüssigkeitskühltechnologien unterstützen die wachsenden Anforderungen von KI und hochdichter Rechenleistung der nächsten Generation, um hochdichte Infrastruktur schneller bereitzustellen und effizienter zu betreiben.
Sichere Identitäten für KI-Agenten: Wie Amazon Bedrock AgentCore Vertrauen in autonome Systeme schaffen soll 26. 05. 2026
Mit dem Einsatz autonomer KI-Agenten steigen auch die Anforderungen an Sicherheit und Identitätsmanagement. Amazon Bedrock AgentCore soll Unternehmen dabei unterstützen, KI-Agenten kontrolliert, nachvollziehbar und sicher in bestehende IT-Umgebungen zu integrieren. Der Beitrag zeigt, warum sichere digitale Identitäten für KI-Systeme künftig entscheidend werden.
A1 AI Award 2026 geht an Layonardo für Deepfake-Erkennung 22. 05. 2026
Beim erstmals vergebenen A1 AI Award wurde das österreichische Unternehmen Layonardo für seine KI-Lösung zur Erkennung manipulierter digitaler Inhalte ausgezeichnet. Die Technologie analysiert Bilder, Dokumente und Texte auf Deepfakes und andere Formen der Manipulation.
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Gastbeitrag von Jared Atkinson, CTO von SpecterOps

OAuth-Token als Einfallstor: Was uns der Vercel-Angriff über moderne Identitätsrisiken lehrt

Jared Atkinson, CTO von SpecterOps, analysiert am Beispiel des Angriffs auf Vercel, warum klassische Identity- und Access-Management-Ansätze im Zeitalter KI-gestützter Tools zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Der Gastbeitrag zeigt, wie OAuth-Tokens und Drittanbieter-Integrationen neue Angriffspfade eröffnen – und weshalb Unternehmen Identitätssicherheit künftig deutlich umfassender denken müssen.

Foto: SpecterOps Jared Atkinson, CTO von SpecterOps KI-Tools verändern die Art, wie Unternehmen arbeiten und die Art, wie sie angegriffen werden. In den vergangenen Monaten folgte eine wachsende Zahl von Sicherheitsvorfällen einem Muster, das klassische Identity-Governance-Lösungen schlicht nicht erkennen können: Ein Mitarbeiter verbindet ein KI-Tool eines Drittanbieters mit einem Unternehmenskonto, die Infrastruktur dieses Tools wird kompromittiert, und Angreifer gelangen über die entstandene Vertrauensbeziehung direkt ins Unternehmen. Der Vercel-Angriff ist das bisher deutlichste Beispiel dafür, wie dieses Muster in der Praxis aussieht und warum Identity Attack Path Management keine Zukunftsaufgabe mehr ist.

Was bei Vercel geschah

Vercel, die Cloud-Plattform hinter Next.js, bestätigte, dass ein Angreifer das KI-Tool des Drittanbieters Context.ai kompromittierte und über ein OAuth-Token auf das Google-Workspace-Konto eines Vercel-Mitarbeiters Zugriff erlangte. Von dort konnte der Angreifer in weitere interne Systeme vorstoßen. Die Gruppierung ShinyHunters, die sich zu dem Angriff bekannte, fordert Berichten zufolge zwei Millionen Dollar für die erbeuteten Daten.

Die Kompromittierung begann, als ein Infostealer, mutmaßlich Lumma Stealer, im Februar 2026 den Rechner eines Context.ai-Mitarbeiters über einen manipulierten Roblox-Download kompromittierte. Dabei wurden OAuth-Tokens aus den Systemen von Context.ai exfiltriert. Eines dieser Tokens gehörte einem Vercel-Mitarbeiter, der sich mit seinem Firmenkonto bei der KI-Office-Suite von Context.ai angemeldet und dabei weitreichende OAuth-Berechtigungen für Vercels Google Workspace erteilt hatte. Umgebungsvariablen wie API-Schlüssel, Tokens und Datenbankzugänge waren damit potenziell offengelegt. Vercels CEO beschrieb den Angreifer als jemanden, der sich mit „bemerkenswerter Geschwindigkeit und tiefem Systemverständnis" durch die Infrastruktur bewegte. Frühe Kommentare reduzierten den Vorfall auf ein OAuth-Berechtigungsproblem. Diese Einordnung ist nicht falsch, aber sie greift zu kurz.

Kein Berechtigungsproblem – ein strukturelles Versagen

Die treffendere Erklärung liefert das sogenannte Clean Source Principle: Die Sicherheit einer Ressource ist nur so stark wie die Sicherheit jeder anderen Ressource, die Kontrolle über sie besitzt. In dem Moment, als der Vercel-Mitarbeiter Context.ai umfassende OAuth-Berechtigungen erteilte, wurde die Infrastruktur von Context.ai zu einer Abhängigkeit innerhalb der Identitätsumgebung von Vercel. Die Sicherheit des Google Workspace hing fortan auch von der Endpunktsicherheit der Context.ai-Mitarbeiter ab – eine Abhängigkeit, die kein Identitätsteam modelliert hatte. Sie entstand durch einen einzigen Klick durch einen OAuth-Zustimmungsdialog.

Context.ai war in diesem Szenario kein bloßes Software-Tool. Es war eine nicht-menschliche Identität mit delegierten Rechten innerhalb der Unternehmensinfrastruktur von Vercel – gestützt auf Systeme, die Vercel weder kontrollierte noch überwachte. Jedes KI-Tool, das Mitarbeiter mit Unternehmenskonten verknüpfen, ist in diesem strukturellen Sinne eine nicht-menschliche Identität: Es hält ein Token, trägt Berechtigungen und agiert innerhalb von Vertrauensbeziehungen, die tief in die Unternehmensumgebung hineinreichen.

Warum klassisches IAM nicht mehr ausreicht

Identity Access Management beantwortet die Frage, wer beabsichtigten Zugriff hat. Identity Attack Path Management beantwortet eine andere: Was geschieht, wenn dieser Zugriff missbraucht wird und was kann ein Angreifer von dort aus erreichen? In Umgebungen, in denen KI-Agenten Vertrauensbeziehungen schneller aufbauen, als Governance-Prozesse sie erfassen können, ist die entscheidende Frage nicht, ob ein Tool genehmigt wurde. Sie lautet: Welche Angriffspfade eröffnet die Kompromittierung dieses Tools – und führt einer davon zu kritischen Ressourcen?

Klassische Erkennungs- und Reaktionsstrategien setzen voraus, dass zwischen erstem Zugriff und tatsächlichem Schaden ein Zeitfenster zum Eingreifen bleibt. Bewegen sich Angreifer mit maschineller Geschwindigkeit durch einen bereits bestehenden Identitätsgraphen, kollabiert dieses Fenster. Wenn die Erkennung anschlägt, ist der Angriffspfad längst beschritten.

Was Unternehmen jetzt konkret tun müssen

Der Vercel-Angriff macht eines unmissverständlich klar: Es genügt nicht mehr zu regeln, wer beabsichtigten Zugriff hat. Unternehmen müssen verstehen, was passiert, wenn dieser Zugriff missbraucht wird, und welche Pfade ein Angreifer über ein einziges kompromittiertes Token nehmen kann, um kritische Systeme zu erreichen. Genau hier setzt der Ansatz von SpecterOps an: Angriffspfade proaktiv zu modellieren, bevor sie ausgenutzt werden.

In der Praxis bedeutet das, nicht-menschliche Identitäten mit derselben Sorgfalt zu erfassen wie menschliche Konten, OAuth-Berechtigungen konsequent nach dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe zu gestalten und jederzeit nachzuverfolgen, welche Drittanbieter-Tools aktive Vertrauensbeziehungen zu den eigenen Identitätssystemen unterhalten. Viele Unternehmen wissen heute nicht einmal, wie viele solcher Verbindungen in ihrer Umgebung existieren.

Entscheidend ist nicht allein die Liste genehmigter Benutzer, sondern das vollständige Bild aller Identitäten, Berechtigungen und Vertrauensbeziehungen innerhalb einer Umgebung. Dazu gehören menschliche Konten ebenso wie KI-Agenten, Automatisierungstools und Drittanbieter-Integrationen, die im Unternehmensalltag längst dieselben Zugriffsrechte genießen wie reguläre Mitarbeiter. Angreifer denken nicht in einzelnen Konten, sie denken in Pfaden. Was ist von einem kompromittierten Startpunkt aus erreichbar, und wie weit lässt sich dieser Zugriff ausweiten? Wer Identitätssicherheit so versteht, verlagert den Fokus von reaktiver Erkennung hin zu struktureller Risikoreduzierung. Die Unternehmen, die solche Angriffe künftig am besten abwehren, werden jene sein, die diese Pfade bereits geschlossen haben, bevor der erste Angreifer sie beschreitet.

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