Alle 14 Tage aktuelle News aus der IT-Szene   >   
Bull verdoppelt Produktionskapazität in Angers 05. 10. 2026
Bull baut seinen Produktionsstandort im französischen Angers aus und verdoppelt dort die Produktionskapazität. Gleichzeitig sollen die Produktivität um 30 Prozent steigen und die Gebäudewartungskosten um 30 Prozent sinken. Der Standort soll künftig eine zentrale Rolle bei europäischen KI-, Supercomputing- und Quantentechnologien spielen.
Magenta feiert 30 Jahre 0676 02. 10. 2026
Seit 1996 werden in Österreich Mobilfunknummern mit der Vorwahl 0676 vergeben. Zum 30-jährigen Jubiläum blickt Magenta Telekom auf die technologische Entwicklung vom ersten privaten GSM-Netz über iPhone, LTE und 5G bis hin zu KI-Diensten zurück. Eine aktuelle Umfrage zeigt zudem, welche persönliche Bedeutung die Vorwahl für viele Nutzer hat.
ESET erweitert Schutz auf autonome KI-Agenten 02. 10. 2026
ESET ergänzt seine Security-Plattform ESET PROTECT um eine neue KI-basierte Sicherheitsebene. Die ESET KI-Technologien sollen Security-Teams bei der Erkennung und Bearbeitung von Sicherheitsvorfällen unterstützen. Mit ESET AI Security nimmt der Anbieter zugleich autonome KI-Agenten als neue Angriffsfläche in Unternehmensumgebungen ins Visier.
Hermann Erlach übernimmt CEE-Leitung bei SAP 01. 10. 2026
SAP hat Hermann Erlach mit 1. Oktober 2026 zum Regional Managing Director für Mittel- und Osteuropa ernannt. In seiner neuen Funktion verantwortet der frühere General Manager von Microsoft Österreich das SAP-Geschäft in 24 Ländern. Sein Dienstsitz ist Wien.
F5 und Omnissa bündeln Lösungen für sichere VDI-Umgebungen 30. 09. 2026
F5 und Omnissa gehen eine strategische Partnerschaft ein und verbinden ihre Technologien für Anwendungsbereitstellung, Zero-Trust-Sicherheit und digitale Arbeitsplätze. Die gemeinsame Lösung soll Unternehmen dabei unterstützen, virtuelle Desktop-Infrastrukturen in hybriden und Multi-Cloud-Umgebungen abzusichern, DMZ-Architekturen zu vereinfachen und die Verfügbarkeit über mehrere Standorte hinweg zu erhöhen.
Technologieforum rückt Zukunft der Wertschöpfung in den Fokus 29. 09. 2026
Am 17. und 18. März 2027 findet in Wien die zehnte Ausgabe des Deutsch-Österreichischen Technologieforums statt. Unter dem Leitthema „Wertschöpfung am Standort neu erfinden“ diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Technologie, Wissenschaft und Politik über Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und technologische Transformation.
Vertiv erweitert Produktion für Stromversorgung und Kühlung in Europa 29. 09. 2026
Neue Produktionskapazitäten von rund 22.000 Quadratmetern in der Slowakei werden die Fertigung von Stromversorgungs- und Wärmemanagementlösungen für die digitale Infrastruktur der nächsten Generation vorantreiben.
Asseco zeigt, wie KI das ERP zum aktiven Partner machen soll 28. 09. 2026
Auf den Asseco Vision Days 2026 standen die Auswirkungen aktueller Technologieentwicklungen auf ERP-Systeme im Mittelpunkt. Rund 600 Teilnehmer kamen am 22. und 23. September in Bad Vilbel zusammen. Neben KI ging es unter anderem um Dokumentenmanagement, E-Rechnung, BI, Security, Mobility und Finance. Im Zentrum stand die neueste Generation von APplus, die ERP und KI nativ miteinander verbindet.
A1 und Wonderful bringen KI-Agenten in Unternehmensprozesse 24. 09. 2026
A1 erweitert sein KI-Portfolio um das Enterprise-AI-Betriebssystem von Wonderful. Unternehmen sollen damit KI-Agenten und Anwendungen zentral über verschiedene Abteilungen, Systeme und Prozesse hinweg einsetzen können. Dabei setzt A1 auf unterschiedliche Plattformen, Betriebsmodelle und Sprachmodelle, um Anforderungen an Datenschutz, Compliance und Sicherheit abzudecken.
Joachim Franz wird neuer Country Manager von Microsoft Österreich 23. 09. 2026
Joachim Franz übernimmt mit 1. Oktober 2026 die Position des Country Manager Österreich bei Microsoft. Er folgt auf Hermann Erlach, der das Unternehmen verlässt. Franz ist seit 2022 für Microsoft tätig und verantwortet derzeit das Automotive-&-Mobility-Geschäft in Deutschland. In seiner neuen Funktion soll er das Österreich-Geschäft leiten und die digitale Transformation sowie den Einsatz von KI vorantreiben.
Microsoft nimmt KUMAVISION in den Inner Circle auf 22. 09. 2026
Microsoft hat KUMAVISION in den AI Business Solutions Inner Circle 2026–2027 aufgenommen. Der Business-Software-Spezialist erhält damit direkten Zugang zum Austausch über Produktstrategien, Roadmaps und KI-Entwicklungen. KUMAVISION will dabei insbesondere Anforderungen mittelständischer Unternehmen einbringen und Erkenntnisse aus dem Partnernetzwerk frühzeitig in Kundenprojekte einfließen lassen.
Digitaler Produktpass bringt neue Nachweispflichten 22. 09. 2026
Mit dem Digitalen Produktpass schafft die EU einen neuen Standard für die digitale Bereitstellung von Produktinformationen. Seit 6. August 2026 ist auch geregelt, wie sich Unternehmen und andere Akteure für das zentrale Produktpassregister verifizieren müssen. Für juristische Personen ist dabei unter anderem ein qualifiziertes elektronisches Siegel als Identitätsnachweis vorgesehen.
Keeper Security und SailPoint verbinden Governance mit privilegiertem Zugriff 18. 09. 2026
Keeper Security und SailPoint integrieren ihre Lösungen für Identity Governance and Administration (IGA) und Privileged Access Management (PAM). Der neue Keeper SaaS Connector soll Zugriffsentscheidungen aus SailPoint automatisiert in KeeperPAM umsetzen und damit manuelle Prozesse bei der Vergabe und dem Entzug privilegierter Berechtigungen reduzieren.
Schwarz Digits integriert Celonis und Snowflake in sein Cloud-Ökosystem 17. 09. 2026
Schwarz Digits erweitert das Data- und AI-Ökosystem seiner Cloud-Plattform STACKIT um Celonis und Snowflake. Während die Celonis-Plattform künftig als Single-Tenant-Lösung auf STACKIT bereitgestellt werden soll, ist bei Snowflake eine stufenweise technische Integration vorgesehen. Weitere Daten- und KI-Partner sollen folgen.
Controlware, Cisco und Schwarz Digits bündeln Kompetenzen 17. 09. 2026
Controlware, Cisco und Schwarz Digits arbeiten bei Netzwerk- und Cloud-Lösungen zusammen. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Cisco-Technologien mit der souveränen Cloud- und Colocation-Plattform STACKIT. Controlware übernimmt als zertifizierter Cisco Integrator Planung, Implementierung und Betrieb der Gesamtlösung.
Quorum Cyber kündigt Übernahme von Ontinue an 16. 09. 2026
Quorum Cyber hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von Ontinue unterzeichnet. Mit dem Zusammenschluss wollen die beiden auf Microsoft-Technologien fokussierten Cybersecurity-Anbieter ihre Kompetenzen bei Managed Detection and Response und agentenbasierten Security Operations bündeln.
Salesforce bringt Unternehmensdaten mit AIforce in KI-Anwendungen 16. 09. 2026
Salesforce hat auf der Dreamforce AIforce vorgestellt. Die neue Schnittstellenschicht soll Daten, Workflows, Geschäftslogik und Governance der Salesforce-Plattform in unterschiedliche KI-Oberflächen bringen. Zum Start umfasst AIforce unter anderem Integrationen für Claude und Slack sowie Agentforce Coworker.
allUpp ist als erstes Unternehmen in Österreich Forward Deployed Engineering Partner von Salesforce 14. 09. 2026
allUpp ist ab sofort Teil des Forward Deployed Engineering Partner Networks von Salesforce. Das Unternehmen ist damit der erste lokal in Österreich ansässige Salesforce-Partner mit dieser FDE-Designation. Im Mittelpunkt des Programms steht die Überführung von KI- und Agentforce-Projekten aus der Pilotphase in den produktiven Einsatz.
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Barracuda Threat Spotlight

Phishing-Seiten entstehen direkt im Browser der Opfer

Barracuda-Forscher haben eine E-Mail-Angriffskampagne analysiert, bei der die eigentliche Phishing-Seite nicht auf einem klassischen Webserver liegt. Stattdessen wird sie über eine Blob-URL direkt im Browser des Opfers erzeugt. Die Angreifer nutzen dabei legitime Microsoft-Dienste, Service Worker und weitere Browser-Techniken, um traditionelle Erkennungsmechanismen zu umgehen.

Foto: Barracuda Networks Klaus Gheri, Vice President und General Manager Network Security bei Barracuda Phishing-Angriffe basieren üblicherweise auf einer gefälschten Website, auf die potenzielle Opfer über einen Link geleitet werden. Sicherheitslösungen können solche Seiten abrufen, analysieren, kategorisieren und schließlich blockieren. Eine von Barracuda Research untersuchte Kampagne setzt jedoch auf eine andere Architektur: Die Phishing-Seite wird erst lokal im Browser des Opfers erzeugt.

Dafür kommen sogenannte Blob-URLs zum Einsatz. Dabei handelt es sich um temporäre, vom Browser erzeugte Adressen, die auf Inhalte verweisen, die lokal im Arbeitsspeicher statt auf einer Website gespeichert sind. Die Phishing-Seite existiert dadurch ausschließlich innerhalb der jeweiligen Browser-Sitzung. Eine dauerhafte Phishing-URL, die Sicherheitssysteme vorab analysieren oder auf eine Sperrliste setzen könnten, gibt es nicht.

Zusätzlich führt der Angriff seine Opfer über legitime Microsoft-Infrastruktur. Zum Einsatz kommen unter anderem Microsoft OAuth beziehungsweise login.microsoftonline.com und Microsoft Teams. Dadurch kann für Nutzer und automatisierte Scanner der Eindruck entstehen, dass sie sich weiterhin innerhalb vertrauenswürdiger Dienste bewegen.

Von Microsoft OAuth bis zur lokalen Phishing-Seite

Der von Barracuda dokumentierte Angriff beginnt mit einer E-Mail im DocuSign-Stil. Die Nachricht enthält zusätzlich eine Kalender-Einladungsdatei. Diese ist selbst nicht Teil der schädlichen Nutzlast und verweist auf einen legitimen Microsoft-OAuth-Endpunkt. Sie soll dazu beitragen, die Nachricht wie gewöhnliche geschäftliche Kommunikation beziehungsweise eine normale Kalendereinladung wirken zu lassen.

Über einen entsprechend präparierten Redirect-Parameter wird das Opfer anschließend zu Microsoft Teams weitergeleitet. Microsoft Teams lädt danach eine externe Ressource. Der Browser wandelt deren Inhalt in eine Blob-URL um und stellt die Phishing-Seite schließlich lokal dar.

Damit unterscheidet sich der Ablauf grundlegend von einer klassischen Phishing-Seite. Die schädlichen Inhalte werden nicht als konventionelle Webseite ausgeliefert. Stattdessen entsteht die Seite innerhalb der laufenden Browser-Sitzung.

Nach dem Laden registriert die Blob-basierte Phishing-Seite einen Service Worker. Dabei handelt es sich um eine Browser-Komponente, die im Hintergrund unter anderem Netzwerkanfragen und das Verhalten einer Seite verwalten kann. Teile des Workflows werden zusätzlich innerhalb eines Sandbox-basierten iFrames ausgeführt. Service Worker und iFrame helfen dabei, Anfragen zu verwalten, die Navigation zu kontrollieren und den Phishing-Ablauf innerhalb der Browser-Sitzung zu koordinieren.

Angreifer können den Ablauf dynamisch steuern

Ein weiterer Unterschied zu statischen Phishing-Seiten liegt in der Steuerung des Angriffs. Die Phishing-Seite erhält über Browser-Messaging-Mechanismen Anweisungen von einer Backend-Infrastruktur. Ziele und Verhalten müssen dadurch nicht über fest programmierte Weiterleitungen vorgegeben sein, sondern können in Echtzeit verändert werden.

Die Analyse der versteckten Command-and-Control-Konfiguration zeigte Barracuda zufolge zudem, dass es sich nicht lediglich um eine einzelne Phishing-Seite handelt. Die Infrastruktur ist Teil einer verwalteten Phishing-Plattform, die zentral betrieben, aktualisiert und über mehrere Opfer hinweg gesteuert werden kann.

Die Kombination der einzelnen Elemente erschwert die Erkennung: Eine dauerhaft erreichbare Phishing-Seite fehlt, die sichtbare Navigation führt über legitime Microsoft-Dienste und der eigentliche Phishing-Ablauf wird innerhalb des Browsers aufgebaut und dynamisch kontrolliert.

„Diese Kampagne zeigt, wie sich Phishing über gefälschte Websites und verdächtige Domains hinaus weiterentwickelt und dabei viele der Indikatoren beseitigt, auf die sich IT-Sicherheitsteams bisher bei der Erkennung verlassen haben“,

sagt Klaus Gheri, Vice President und General Manager Network Security bei Barracuda.

„Unternehmen sollten sich deshalb darauf fokussieren, böswilliges Verhalten zu identifizieren und identitätsbasierte Kontrollen zu verstärken, anstatt lediglich bekannte Phishing-URLs zu blockieren.“

Abwehr muss über das Blockieren von URLs hinausgehen

Aus der Angriffsmethode ergeben sich auch veränderte Anforderungen an die Erkennung. Barracuda empfiehlt unter anderem, OAuth-Autorisierungsprozesse und Weiterleitungsketten auf ungewöhnliche oder unerwartete Ziele zu überwachen. Auch Browser-Aktivitäten im Zusammenhang mit Blob-URLs sollten überprüft werden – insbesondere dann, wenn diese zum Darstellen von Login-Seiten oder für Authentifizierungsprozesse eingesetzt werden.

Darüber hinaus nennt Barracuda die Erkennung verdächtiger Service-Worker-Registrierungen, wenn diese mit extern bezogenen Inhalten verbunden sind. Bei der Multi-Faktor-Authentifizierung empfiehlt das Unternehmen phishing-resistente Verfahren wie FIDO2-Sicherheitsschlüssel und Passkeys.

Auch die E-Mail-Sicherheit muss den veränderten Angriffspfad berücksichtigen. Sicherheitskontrollen sollten nach Empfehlung der Forscher den vollständigen Klickpfad analysieren, statt sich ausschließlich auf die ursprüngliche URL einer Nachricht zu verlassen. Nutzer sollten zudem für unerwartete Aufforderungen zur Signatur von Dokumenten sensibilisiert werden – auch dann, wenn die verwendeten Links scheinbar auf vertrauenswürdige Microsoft-Infrastruktur führen.

Für Barracuda verlagert sich damit ein Teil der Phishing-Abwehr in Richtung Identitätsschutz, Browser-Sicherheit und verhaltensbasierte Erkennung. Die Herausforderung besteht bei Angriffen dieser Art nicht mehr allein darin, eine bösartige Website zu erkennen. Die Phishing-Seite selbst kann ausschließlich im Browser des jeweiligen Opfers existieren und damit genau jenem klassischen Erkennungsmerkmal entgehen, auf das URL-basierte Schutzmechanismen angewiesen sind.

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