Autonome KI-Agenten treffen Entscheidungen, führen Aufgaben selbstständig aus und erhalten Zugriff auf geschäftskritische Systeme. Saviynt erweitert seine Plattform für AI Identity Security deshalb um eine neue Kontrollinstanz, die nicht nur Berechtigungen prüft, sondern auch den ursprünglichen Auftrag eines KI-Agenten berücksichtigt. Parallel bauen Saviynt und Zscaler ihre strategische Zusammenarbeit weiter aus.
Foto: Savyint
Vibhuti Sinha, Chief Product Officer bei Saviynt
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Anirudh Sen, SVP of Products bei Saviynt
Mit der zunehmenden Verbreitung autonomer KI-Agenten entstehen neue Herausforderungen für die Identitätssicherheit. Herkömmliche Zugriffskontrollen beantworten in erster Linie die Frage, ob eine Identität auf ein System zugreifen darf. Ob eine Aktion auch tatsächlich dem ursprünglichen Auftrag entspricht, bleibt dabei jedoch unbeantwortet.
Genau hier setzt die neue Funktion Intent-Aware Runtime Authorization (IARA) an. Sie erweitert Saviynts Plattform für AI Identity Security um eine zusätzliche Kontrollinstanz, welche Zugriffsanfragen nicht nur anhand bestehender Berechtigungen, sondern auch anhand des konkreten Auftrags und des jeweiligen Kontexts bewertet. Aktionen, die außerhalb der definierten Grenzen liegen, werden in Echtzeit blockiert und revisionssicher protokolliert.
Als Beispiel nennt Saviynt einen KI-Agenten, der berechtigt ist, CRM-Daten zusammenzufassen. Exportiert derselbe Agent anschließend Kundendaten, verändert Preiskonditionen oder versendet Nachrichten an Kunden, verfügt er zwar weiterhin über die erforderlichen Berechtigungen. Seine Aktionen entsprechen jedoch nicht mehr dem ursprünglichen Auftrag.
Während ein solches Verhalten bei menschlichen Nutzern häufig auffällt, können autonome KI-Agenten innerhalb von Millisekunden Tausende Aktionen durchführen. Dadurch entsteht eine neue Sicherheitslücke, die sich mit klassischen Berechtigungskonzepten allein nicht mehr schließen lässt.
Der Agent Access Gateway von Saviynt bewertet deshalb jede einzelne Aktion anhand von vier Faktoren: Identität, Kontext, Policy und Intent. Entspricht eine Aktion nicht dem definierten Auftrag, wird sie unmittelbar blockiert und gleichzeitig ein Audit-Ereignis erzeugt.
Darüber hinaus erkennt die Plattform, ob ein Agent eigenständig handelt, im Auftrag eines Menschen agiert oder Berechtigungen von einem anderen Agenten delegiert wurden. Gerade in orchestrierten KI-Architekturen könne es vorkommen, dass Berechtigungen zwischen Agenten weitergereicht werden, ohne dass dies ursprünglich vorgesehen war.
„KI-Agenten entwickeln sich zu einer neuen Klasse von Unternehmensidentitäten. Sie treffen Entscheidungen, führen Aufgaben selbstständig aus und erhalten Zugriff auf geschäftskritische Systeme. Unternehmen müssen deshalb nicht nur steuern, worauf ein Agent zugreifen darf, sondern auch sicherstellen, dass seine Aktionen seinem ursprünglichen Auftrag entsprechen. Genau dafür haben wir IARA entwickelt“,
erklärt Vibhuti Sinha, Chief Product Officer bei Saviynt.
Neben der Laufzeitkontrolle erweitert Saviynt seine Plattform um zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten für ein- und ausgehende Zugriffe. Unternehmen können damit festlegen, wer mit einem KI-Agenten interagieren darf und auf welche Systeme beziehungsweise Daten der Agent zugreifen kann.
Zudem wurden neue Integrationen zu Microsoft Foundry, n8n und Snowflake Cortex angekündigt. Die Funktionen ergänzen die bestehende Plattform für AI Identity Security, die Unternehmen dabei unterstützt, KI-Agenten sowie andere nicht-menschliche Identitäten über verschiedene KI- und Automatisierungsplattformen hinweg zu verwalten und abzusichern.
Parallel zur Einführung der neuen Funktionen bauen Saviynt und Zscaler ihre strategische Partnerschaft weiter aus. Die Integration verbindet Saviynts Identity- und Governance-Intelligenz mit der Inline-Durchsetzung der Zscaler Zero Trust Exchange.
Dabei bewertet Saviynt Zugriffsanfragen kontextbezogen und vergibt zeitlich begrenzte Berechtigungen. Zscaler setzt diese Entscheidungen unmittelbar beim Aufbau einer Verbindung durch. Auf diese Weise sollen dauerhafte Berechtigungen, VPN-Zugänge und persistente Zugangsdaten zunehmend durch Just-in-Time-Zugriffe ersetzt werden, die automatisch wieder verfallen.
Darüber hinaus beteiligt sich Zscaler Ventures im Rahmen der jüngsten Serie-B-Finanzierungsrunde an Saviynt. Zu den weiteren Investoren zählen KKR, Carrick Capital Partners, Ten Eleven und Sixth Street Growth. Gleichzeitig tritt Saviynt dem Zscaler-Programm „Project AI-Guardian“ als Technology Alliance Partner bei.
„Zero Trust beginnt mit der richtigen Identitätsentscheidung und endet mit ihrer konsequenten Durchsetzung. Gemeinsam mit Zscaler schaffen wir ein Sicherheitsmodell, in dem Zugriffe kontinuierlich bewertet, kontextbezogen gewährt und automatisch wieder entzogen werden“,
sagt Anirudh Sen, SVP of Products bei Saviynt.
Mit der Einführung von Intent-Aware Runtime Authorization erweitert Saviynt seinen Ansatz zur Absicherung nicht-menschlicher Identitäten. Statt ausschließlich Berechtigungen zu kontrollieren, rückt künftig auch die tatsächliche Absicht autonomer KI-Agenten in den Mittelpunkt. Zusammen mit der vertieften Integration in die Zero-Trust-Infrastruktur von Zscaler soll Unternehmen so ein Sicherheitsmodell zur Verfügung stehen, das Identitätsentscheidungen kontinuierlich bewertet und deren Durchsetzung unmittelbar kontrolliert.