Neue Analysen von Sophos zeigen eine deutliche Zunahme von ClickFix- und Infostealer-Kampagnen gegen macOS. Besonders Social Engineering und neue Angriffstechniken rund um generative KI erweitern das Bedrohungsszenario für Apple-Systeme.
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Michael Veit, Cybersecurity-Experte bei Sophos
Forscher des Sicherheitsbereichs Sophos X-Ops beobachten eine wachsende Zahl gezielter Angriffe auf macOS-Nutzer. Im Mittelpunkt stehen sogenannte ClickFix-Kampagnen, eine Social-Engineering-Technik, bei der Anwender dazu gebracht werden, selbst schädliche Befehle auszuführen und damit Malware zu installieren.
Im Unterschied zu klassischen Exploit-Angriffen basiert ClickFix vollständig auf Benutzerinteraktion – häufig durch das Kopieren und Ausführen verschleierter Terminalbefehle. Gerade weil Nutzer die Konsequenzen solcher Aktionen oft unterschätzen, gilt die Methode als besonders effektiv.
Während sich ClickFix-Angriffe früher vor allem gegen Windows-Systeme richteten, registrierten die Analysten zuletzt mehrere Kampagnen speziell für macOS. Bereits 2025 wurde eine Kampagne mit dem Infostealer Atomic macOS (AMOS) beobachtet.
In den vergangenen drei Monaten identifizierte Sophos zudem drei weitere Kampagnen, die gezielt macOS-Nutzer attackieren und den Infostealer MacSync einsetzen. Zwar sei nicht gesichert, ob alle Angriffe von derselben Gruppe stammen, doch zeigen die Kampagnen laut Sophos eine deutliche Weiterentwicklung der Angriffsmethoden.
Auffällig ist dabei der Einsatz neuer Social-Engineering-Ansätze. Während früher häufig gefälschte Websites bekannter Unternehmen als Köder dienten, verlagern sich Angriffe zunehmend in Kommunikationsumgebungen rund um generative KI – etwa über vermeintliche ChatGPT-Konversationen.
Parallel entwickeln sich auch die technischen Fähigkeiten der Schadsoftware weiter. Neuere Varianten arbeiten laut Sophos mit mehrstufigen Loader-as-a-Service-Modellen, dynamischen AppleScript-Payloads und aggressiver In-Memory-Ausführung. In einigen Fällen können legitime Binärdateien sogar gezielt gepatcht werden.
Für Sicherheitsexperten ist damit klar: Der lange verbreitete Eindruck, dass macOS vergleichsweise sicher sei, gilt immer weniger.
Michael Veit, Cybersecurity-Experte bei Sophos, erklärt:
„Früher galt die vorherrschende Meinung, dass macOS-Systeme im Vergleich zu Windows-Systemen einem geringeren Risiko für Malware-Infektionen ausgesetzt seien, da es über eine Reihe nativer Sicherheitsfunktionen verfügt, die Angreifer dazu zwangen, technisch anspruchsvolle Techniken anzuwenden.“
Heute habe sich das Bild verändert:
„Mainstream-Malware betrifft mittlerweile regelmäßig macOS-Nutzer – insbesondere Infostealer, die einen erheblichen Teil aller macOS-Angriffe ausmachen. Aktuelle Kampagnen wie die immer raffinierteren Payload- und ClickFix-Attacken machen deutlich, dass sich dieser Bereich rasant weiterentwickelt.“