Das Unternehmen PartSpace stellt eine KI-Lösung vor, die technische Zeichnungen und Einkaufsdaten automatisch auswertet. Laut Anbieter sind damit deutliche Einsparungen in der Beschaffung möglich.
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Robert Hilmer, Geschäftsführer und Mitbegründer von PartSpace
Mit PartSpace AI will das Unternehmen PartSpace einen Meilenstein im industriellen Einkauf setzen. Die Software soll technische Zeichnungen und Konstruktionsdaten vollautomatisch verstehen, mit Einkaufsinformationen verknüpfen und so bislang verborgene Einsparpotenziale sichtbar machen. Nach Angaben des Unternehmens können Industrieunternehmen dadurch Beschaffungskosten senken, Zeit sparen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Genannt wird eine mögliche Kostenreduktion von mehr als zehn Prozent.
Kernstück der Lösung ist das KI-Modell Abella, das laut PartSpace speziell für den technischen Einkauf entwickelt wurde. Während viele Systeme nur mit Text- oder ERP-Daten arbeiten, soll Abella Merkmale in CAD-Zeichnungen und 3D-Modellen erkennen – etwa Maße, Materialien oder Toleranzen. Diese Daten würden anschließend mit Einkaufsinformationen aus der Vergangenheit und externen Marktdaten kombiniert.
Auf dieser Basis könne die Software beispielsweise Zielpreise kalkulieren, geeignete Lieferanten vorschlagen oder durch Ähnlichkeitsanalysen doppelte Bauteile identifizieren. Unternehmen hätten so die Möglichkeit, Varianten zu reduzieren und Beschaffungsvolumen besser zu bündeln.
Abbildung: Von der Zeichnung zur Entscheidung: PartSpace AI analysiert technische Daten, kalkuliert Echtpreise und schlägt automatisch passende Lieferanten vor – inklusive Preisaufschlüsselung nach Material, Volumen und Nachbehandlung. (Quelle: PartSpace)
Besonderen Wert legt PartSpace nach eigenen Angaben auf die Datenbasis der KI. Trainiert wurde nicht mit synthetischen Datensätzen, sondern mit realen Informationen aus Kundenprojekten – von Zeichnungen über Preise bis hin zu Lieferantendaten. Dadurch seien belastbare und praxisnahe Analysen möglich.
„Sicherheit hat bei uns höchste Priorität“, erklärt Robert Hilmer, Geschäftsführer und Mitbegründer von PartSpace. „Unsere KI läuft in einer sicheren Cloud-Umgebung. Die Unternehmen behalten die volle Kontrolle über ihre sensiblen Informationen – und profitieren gleichzeitig von den Vorteilen intelligenter Automatisierung.“
Jedes Unternehmen erhalte zudem ein individuell trainiertes Modell, das ausschließlich auf den eigenen Daten basiere, so PartSpace.
Hinter PartSpace steht das Unternehmen Easy2Parts, das als Systemlieferant für mechanische Fertigungsteile tätig ist. Dieses operative Wissen sei in die Entwicklung der Software eingeflossen. Nach Angaben des Unternehmens wird PartSpace AI bereits in der Praxis eingesetzt und habe sich im Markt bewährt.
PartSpace sieht sich dabei nicht nur als Anbieter einer Softwarelösung, sondern als Partner der Industrie. Ziel sei es, den technischen Einkauf intelligenter, sicherer und zukunftsfähiger zu machen.