Die Microsoft Ignite 2025 stellt zahlreiche Neuerungen vor, die Unternehmen dabei unterstützen sollen, Künstliche Intelligenz entlang des gesamten Lebenszyklus zu entwickeln, einzusetzen und sicher zu betreiben. Im Zentrum steht ein Ökosystem aus Intelligenzebenen, Datenmodellen und Managementwerkzeugen, das KI-Agenten tief in Geschäftsprozesse einbettet. Für Österreich betont Microsoft-General-Manager Hermann Erlach die strategische Bedeutung dieser Entwicklung.
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Hermann Erlach, General Manager von Microsoft Österreich
Unternehmen setzen KI längst nicht mehr nur punktuell ein. Dennoch wird die Technologie vielerorts als Zusatz verstanden – als Erweiterung bestehender Abläufe. Microsoft nimmt diesen Widerspruch zum Anlass, die KI-Strategie breit zu reformulieren. Die Ignite 2025 präsentiert ein Ökosystem, das KI nicht an Prozesse andockt, sondern Prozesse selbst mitgestaltet.
Hermann Erlach, General Manager von Microsoft Österreich, formuliert es pointiert: „Die Microsoft Ignite 2025 zeigt: KI ist heute die Basis für wirtschaftlichen Fortschritt. Unsere Innovationen begleiten Unternehmen weltweit und in Österreich entlang des gesamten KI-Lebenszyklus – von der Entwicklung über die Implementierung bis hin zum verantwortungsvollen Betrieb. Dabei steht für uns der Mensch im Mittelpunkt: Wir verstehen KI als Katalysator, um Kreativität freizusetzen und Herausforderungen neu zu lösen.“
Im Kern der Neuerungen steht Work IQ – eine Intelligenzebene, die Microsoft 365 Copilot und KI-Agenten mit Kontext versorgt. Work IQ analysiert, wie Menschen arbeiten, mit wem sie interagieren und an welchen Themen sie beteiligt sind. Dafür werden Informationen aus E-Mails, Dateien, Meetings, Chats sowie individuelle Arbeitsmuster herangezogen.
Unternehmen können diese Fähigkeiten künftig auch über APIs nutzen und damit eigene Agenten entwickeln, die speziell auf individuelle Arbeitsabläufe zugeschnitten sind. Work IQ fungiert zugleich als Grundlage für zahlreiche Updates des Microsoft 365 Copilot.
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Während Work IQ Arbeitskontexte abbildet, widmen sich Foundry IQ und Fabric IQ der strukturierten Interpretation von Unternehmensdaten.
Fabric IQ führt Analyse-, Zeitreihen-, standortbasierte und operative Daten in einem gemeinsamen Modell zusammen. Unternehmen, die bereits auf Power BI setzen, profitieren dabei unmittelbar von bestehenden Datenmodellen: Sie dienen als beschleunigender Kontext für KI-Agenten.
Foundry IQ erweitert diese Ebene durch ein vollständig gemanagtes Wissenssystem. Es aggregiert Informationen aus Microsoft 365, Fabric IQ, spezifischen Softwareanwendungen und dem Web. Damit entsteht ein zentraler Wissens-Endpunkt, der Schlussfolgerungen verbessert und sicherere Entscheidungen ermöglicht.
Die Microsoft Agent Factory verbindet diese Intelligenz- und Datenebenen zu einem Entwicklungsprogramm, mit dem Unternehmen KI-Agenten sicher erstellen können. Ein einziger nutzungsbasierter Plan deckt sowohl das Arbeiten mit IQ in Foundry als auch die Nutzung des Copilot Studio ab.
Die Agenten können in Microsoft 365 Copilot bereitgestellt werden, ohne dass vorherige Lizenzierungen notwendig sind. Zusätzlich erhalten berechtigte Unternehmen Zugriff auf spezialisierte Unterstützung durch sogenannte AI Forward Deployed Engineers sowie rollenbasierte Schulungen.
Angesichts der Prognose, dass Unternehmen bis 2028 rund 1,3 Milliarden KI-Agenten einsetzen, rückt deren Management in den Fokus. Microsoft positioniert Microsoft Agent 365 als zentrale Verwaltungsschicht für Agenten – unabhängig von ihrer Herkunft: Eigenentwicklungen, Open-Source-Frameworks oder Drittanbieterplattformen.
Zu den Komponenten zählen u. a.:
Sicherheitsfunktionen über Defender, Entra, Purview und Foundry Control Plane
Produktivitätswerkzeuge wie Microsoft 365 Apps und Work IQ
Eine Verwaltungsoberfläche im Microsoft 365 Admin Center
Die Verwaltung soll verhindern, dass Agenten zur „Schatten-IT“ werden, und IT-Teams entlasten, indem etablierte Schutzmechanismen auf maschinelle Akteure übertragen werden.
Die Ignite 2025 zeigt einen klaren strategischen Kurs: KI wird nicht mehr als Zusatz gedacht, sondern als strukturelles Fundament. Microsofts Ansatz reicht vom Rechenzentrum über Datenmodelle bis zur Anwenderintegration und adressiert damit den gesamten KI-Lebenszyklus.
Für Unternehmen bedeutet dies eine neue Form der Digitalisierungsarbeit – eine, bei der KI nicht nur Aufgaben automatisiert, sondern zunehmend als systemischer Akteur eingebunden wird.