Workday hat im Rahmen der DevCon 2026 mehrere Neuerungen rund um den Einsatz von KI-Agenten vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen eine vertiefte Zusammenarbeit mit Google Cloud, neue Entwicklungswerkzeuge für KI-Anwendungen, zusätzliche Sicherheitsmechanismen sowie eine Integration der Workday Data Cloud mit AWS. Ziel ist es, KI-Agenten stärker in geschäftskritische HR-, Finanz- und IT-Prozesse einzubinden.
Foto: Workday
Die Entwicklung von KI-Agenten verlagert sich zunehmend von experimentellen Anwendungen hin zu produktiven Geschäftsprozessen. Unternehmen stehen dabei vor der Herausforderung, intelligente Assistenten nicht nur effizient bereitzustellen, sondern sie auch sicher in bestehende Systeme und Datenlandschaften einzubinden. Workday hat auf seiner Entwicklerkonferenz DevCon 2026 mehrere Neuerungen vorgestellt, die genau diese Bereiche adressieren. Die Ankündigungen reichen von einer engeren Zusammenarbeit mit Google Cloud über neue Werkzeuge für Entwickler bis hin zu Sicherheitsfunktionen und einer erweiterten Datenintegration mit AWS.
Workday und Google Cloud erweitern ihre bestehende strategische Zusammenarbeit mit dem Ziel, KI-Agenten stärker in alltägliche Arbeitsabläufe einzubinden. Im Fokus stehen dabei insbesondere HR- und Finanzprozesse, die regelmäßig von Mitarbeitenden, Führungskräften und Finance-Teams genutzt werden.
Kern der Zusammenarbeit ist die Integration des Workday Sana Self-Service Agent in Gemini Enterprise. Mitarbeitende sollen dadurch Fragen direkt innerhalb von Gemini Enterprise stellen können und personalisierte Antworten aus Workday erhalten. Die Antworten berücksichtigen dabei jeweils die geltenden Berechtigungen und Richtlinien.
Darüber hinaus wird Gemini als Standard-KI-Modell innerhalb von Workday Sana eingesetzt. Nach Angaben des Unternehmens soll dadurch eine einheitliche KI-Nutzung über verschiedene Anwendungsbereiche hinweg ermöglicht werden.
Zu den vorgesehenen Einsatzszenarien gehören unter anderem das Beantragen und Prüfen von Urlaubstagen, das Aktualisieren persönlicher Informationen sowie der Zugriff auf Gehaltsabrechnungen. Führungskräfte können die KI-Unterstützung beispielsweise bei Teamzielen, der Genehmigung von Stundenzetteln, Leistungsbeurteilungen oder Payroll-Daten nutzen. Für Finance-Teams sind unter anderem Anwendungen rund um Spesen- und Reiserichtlinien, Firmenkartenberechtigungen sowie die Bearbeitung entsprechender Anfragen vorgesehen.
Ebenfalls vorgestellt wurden neue Funktionen innerhalb von Workday Build, die sich an Entwicklerinnen und Entwickler richten. Sie sollen die Erstellung, Anbindung und Verifizierung von KI-Anwendungen und KI-Agenten für HR-, Finanz- und IT-Prozesse vereinfachen.
Zu den Neuerungen zählt der Developer Agent, mit dem KI-Apps und Agenten mithilfe natürlicher Sprache aus agentenbasierten Entwicklungswerkzeugen wie Claude Code, Cline, Codex, Cursor oder Google Antigravity erstellt werden können.
Mit den Agent-Ready Tools können sowohl unternehmenseigene als auch Drittanbieter-Agenten sicher auf Workday-Daten zugreifen und definierte Aktionen ausführen.
Ergänzt wird das Angebot durch den Agent Passport, der KI-Agenten kontinuierlich testet, verifiziert und überwacht. Laut Workday soll dies Unternehmen dabei unterstützen, KI-Agenten schneller produktiv einzusetzen und gleichzeitig Kontrolle, Sicherheit sowie Governance in geschäftskritischen HR- und Finanzprozessen aufrechtzuerhalten.
Mit dem Agent Passport führt Workday eine Funktion ein, die KI-Agenten sowohl vor dem produktiven Einsatz als auch während des laufenden Betriebs überprüft.
Die Lösung bewertet Workday-eigene sowie Drittanbieter-Agenten anhand etablierter Standards wie OWASP LLM Top 10, NIST AI RMF und MITRE ATLAS. Sicherheitsteams erhalten einen signierten und auditierbaren Nachweis darüber, welche Tests ein Agent erfolgreich absolviert hat und wer diese durchgeführt hat.
Als Launch-Partner ist Cisco eingebunden. Das Unternehmen integriert Cisco AI Defense, um KI-Agenten innerhalb von Workday unabhängig zu testen und sie während des Betriebs unter anderem gegen Risiken wie Prompt Injection, Datenlecks oder unsichere Aktionen abzusichern.
Ein weiterer Schwerpunkt der DevCon-Ankündigungen betrifft die Workday Data Cloud, die künftig mit Amazon Web Services (AWS) zusammenarbeitet.
Die Integration soll Entwicklerinnen und Entwicklern einen bidirektionalen Zero-Copy-Zugriff auf kuratierte HR- und Finanzdaten aus Workday ermöglichen. Diese Daten können direkt aus bestehenden AWS-Werkzeugen und KI-Diensten genutzt werden, ohne zusätzliche Datenpipelines aufzubauen, Daten zu duplizieren oder bestehende Geschäftslogik neu erstellen zu müssen.
Umgekehrt erhalten in Workday entwickelte KI-Agenten Zugriff auf Daten aus AWS. Als Beispiel nennt Workday die Nutzung von AWS-Diensten wie Amazon Bedrock.
Die neuen Funktionen der Workday Data Cloud – Workday Data Lake, Workday Data Connect und Workday Live Data Query – stehen nach Unternehmensangaben zunächst Early-Adopter-Kunden zur Verfügung. Die AWS-Integration befindet sich im Aufbau, weitere Funktionen sollen im Rahmen von Early-Access-Programmen schrittweise bereitgestellt werden.